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Todesschuss: Ex-Lebensgefährtin brach offenbar Schweigen

17.09.2019 - Sie deckte jahrelang den mutmaßlichen Täter eines brutalen Mordes in Neumünster und gab ihm ein Alibi - auch wegen der gemeinsamen Kinder. Doch dann siegte das Gewissen, wie Zeugen im Prozess berichteten.

  • Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Der Prozess um die Ermordung eines Polen in Neumünster durch einen Schuss ins Gesicht ist offenbar durch Gewissensbisse der früheren Lebenspartnerin des mutmaßlichen Todesschützen in Gang gekommen. Zuvor hatte die Polizei mehrere Jahre lang vergebens nach dem Täter gesucht.

Wie zwei leitende Mitarbeiterinnen der Caritas am Dienstag vor dem Kieler Landgericht aussagten, hatte die Ex-Partnerin des Hauptangeklagten ihn schwer belastet.

Er habe den Mord im Juni 2012 begangen, sie habe Beweise beiseite geschafft und das vor der Polizei verschwiegen, gestand die Frau demnach im März 2017 während einer Mutter-Kind-Kur auf Norderney. Sie habe dort seelsorgerische Hilfe gesucht, berichtete eine 50-jährige leitende Angestellte der Caritas Norderney. «Es hat sie belastet, das Geheimnis der Tat für sich zu behalten,» sagte sie. Die Frau hat mit dem Angeklagten zwei Kinder.

Erst ein Jahr danach ging die Ex-Lebensgefährtin dann zur Polizei. Kurz zuvor hatte sie sich noch der Geschäftsführerin der Caritas in Ostfriesland offenbart. Die Frau habe verzweifelt gewirkt, gezittert und geweint, sagte diese Zeugin.

Auf der Anklagebank sitzt neben dem Ex-Partner auch ein mutmaßlicher Mittäter. Ihm soll das Opfer ahnungslos die Tür seiner Dachwohnung geöffnet haben. Der Schuss fiel laut Anklage unmittelbar darauf. Die Täter flüchteten. Mit ihnen verschwand auch die Tatwaffe.

Alle drei Männer stammen aus Polen, die beiden Angeklagten sind deutsche Staatsbürger. Sie schweigen vor Gericht. Der mutmaßliche Todesschütze sitzt in Untersuchungshaft. Das Gericht hat 15 Tage Verhandlung geplant. Das Urteil könnte im Dezember fallen. Im November soll die Kronzeugin gehört werden.

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