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Von Fahnenmast erschlagen: Staatsanwaltschaft ermittelt

04.08.2020 - Sie wollte sich an ihrem ersten Ausbildungstag vor dem Kieler Rathaus fotografieren lassen. Doch die Freude endete tragisch: Eine 23-Jährige wurde von einem Fahnenmast erschlagen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

  • Blumen liegen auf dem Platz vor dem Kieler Rathaus. Foto: Wolfgang Schmidt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blumen liegen auf dem Platz vor dem Kieler Rathaus. Foto: Wolfgang Schmidt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Fall der von einem Fahnenmast auf dem Kieler Rathausplatz erschlagenen Auszubildenden ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Wie Oberstaatsanwalt Michael Bimler am Dienstag der dpa sagte, richten sich die Ermittlungen gegen den Fahrer und den Beifahrer eines Lastwagens. Der 7,5-Tonner hatte den Mast beim Rückwärtsrangieren angefahren. Er stürzte um und erschlug die 23-Jährige. Die junge Frau starb noch am Unfallort. Zunächst hatten die «Kieler Nachrichten» berichtet.

Am Dienstag gab es für die 23-Jährige im Rathaus eine Gedenkfeier. Die Fahnen der Stadt, des Landes Schleswig-Holstein, der Bundesrepublik und der EU am Rathaus wehten auf halbmast. Die Stadt legte ein Kondolenzbuch für die Mitarbeiter aus. Kollegen und Bekannte legten am Unglücksort Blumen nieder.

Der 60-jährige Fahrer des Lkw und sein 73-jähriger Beifahrer werden als Beschuldigte geführt, sagte Bimler der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Lastwagen dürfe nur rückwärts fahren, wenn er eingewiesen werde, sagte Bimler. Dabei ist offenbar unklar, wo sich Fahrer und Beifahrer zum Unglückszeitpunkt befunden haben. «Darüber gibt es unterschiedliche Angaben», sagte Pressesprecher Oliver Pohl von der Kieler Polizeidirektion. Fahrlässige Tötung wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder Geldstrafe bestraft.

Experten des Verkehrunfalldienstes ermitteln in dem Fall. «Wie schnell die Zugmaschine fuhr, wissen wir noch nicht», sagte Pohl. «Der Fahrtenschreiber wird noch von einem Sachverständigen ausgewertet.» Auch der Fahnenmast werde untersucht.

Um sich ein umfassendes Bild zu machen, würden alle Zeugen befragt, auch der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Er war Augenzeuge und stand auch am Dienstag bei der Gedenkfeier für die junge Frau im Rathaus noch unter dem Eindruck des tragischen Geschehens.

Eine städtische Auszubildende, die das Geschehen miterlebt hatte, sagte der dpa, sie habe plötzlich ein Geräusch gehört: «Das Ding ist einfach auf sie raufgeknallt.» Nach dem Unfall wurden die Azubis ebenso wie Fahrer und Beifahrer von einem Kriseninterventionsteam betreut.

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