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UKE-Mitarbeiter infiziert: Coronavirus-Fall in Hamburg

28.02.2020 - Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Deutschland stieg zuletzt stark an - nun gibt es auch eine bestätigte Infektion in Hamburg. Es handelt sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik. Sofort wurden dort Maßnahmen ergriffen.

  • Haupteingang des Uni-Klinikums Hamburg-Eppendorf. Foto: Georg Wendt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Haupteingang des Uni-Klinikums Hamburg-Eppendorf. Foto: Georg Wendt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa) - Das neuartige Corona-Virus ist im Norden angekommen. Ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich infiziert. Es ist die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg, wie die Klinik und die Behörde für Gesundheit am späten Donnerstagabend mitteilten. Ihm gehe es so weit gut, und er sei in häuslicher Isolation, sagte eine UKE-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Freitag morgen. Der Mann habe das UKE nicht von der Schweigepflicht entbunden, deshalb könne sie zunächst nicht mehr über ihn sagen, erklärte die Sprecherin.

Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland innerhalb eines Tages um mehr als das Dreifache auf über 30. Allein in Nordrhein-Westfalen sollen zudem geschätzt rund 1000 Menschen in Quarantäne sein.

Der UKE-Mitarbeiter war den Informationen des Krankenhauses und der Behörde zufolge in Italien im Trentino im Urlaub gewesen und am Sonntag an seinen Wohnort nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt. Am Montag habe er noch am UKE gearbeitet - und dann am Dienstag während der Arbeit Krankheitssymptome entwickelt. Daraufhin habe er den Dienst abgebrochen, hieß es weiter.

Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne - je nach Gesundheitszustand im UKE oder zu Hause. Auch andere Mitarbeiter gehen nun in eine häusliche Isolation. Auf der betroffenen Station sollen vorerst keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden.

Die Kontaktpersonen des Erkrankten sollten informiert und getestet werden. Das Trentino sei nicht als Risikogebiet für das neuartige Coronavirus definiert gewesen, hieß es.

Der Fachstab Seuchenschutz der Hamburger Gesundheitsbehörde kam noch in der Nacht mit Experten des UKE zusammen, um über die Maßnahmen und das weitere Vorgehen zu beraten. Details sollen in einer Pressekonferenz am Freitag mittag bekanntgegeben werden.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hatte zur Vermeidung von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus die Bevölkerung zu persönlichen Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen. «Am wichtigsten ist Niesen und Husten am besten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch», erklärte die Senatorin am Donnerstag. Wie bei der Grippe gelte: «Häufig Hände waschen, Händeschütteln und Gesichtskontakt vermeiden.» Die Verwendung von Atemmasken sei dagegen kaum von Nutzen für die breite Bevölkerung. Nach Angaben der Drogeriemarktkette dm und von Geschäften in Hamburg sind die Masken derzeit auch nahezu vergriffen. Desinfektionsmittel sind stark nachgefragt.

Auch in Schleswig-Holstein bereiten sich die Gesundheitsbehörden und Krankenhäuser auf mögliche Fälle einer Covid-19-Erkrankung vor. Ein interner Führungsstab im Gesundheitsministerium Ministerium befinde sich in engem Austausch mit den Ämtern und Kliniken, hatte ein Sprecher am Donnerstag gesagt.

Am Freitag will auch der Krisenstab der Bundesregierung über weitere Vorkehrungen beraten. Thema soll nach Angaben von Gesundheits- und Innenministerium unter anderem der Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen sein. So geht es um Auswirkungen auf die Internationale Tourismusbörse (ITB), die am 4. März in Berlin beginnen soll.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Donnerstag, der neue Erreger habe «pandemisches Potenzial» und könnte ohne die richtigen Maßnahmen «außer Kontrolle geraten». Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 verursachen. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, sagte der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Sars-CoV-2-Infizierten, was höher als bei der Grippe ist.

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