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Verhärtete Fronten nach Tumulten bei Luckes Vorlesung

19.10.2019 - Es sollte seine erste Vorlesung nach seiner Beurlaubung werden, doch AfD-Mitbegründer Bernd Lucke kam an der Uni Hamburg nicht zu Wort, wurde beschimpft und bedrängt. Der Asta hatte zudem eine Kundgebung organisiert. Danach gab es ein Gespräch. Und nun neue Vorwürfe.

  • Bernd Lucke, AfD-Mitbegründer, verlässt den Hörsaal der Universität Hamburg. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bernd Lucke, AfD-Mitbegründer, verlässt den Hörsaal der Universität Hamburg. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Trotz eines Gespräches zwischen AfD-Mitbegründer Bernd Lucke und der Studierendenvertretung AStA der Universität Hamburg bleiben die Fronten verhärtet. Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) verkläre die Vorfälle, sagte Lucke am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Der AStA entziehe sich seiner Verantwortung, indem er in grotesker Weise die Opfer zu Tätern mache, kritisierte Lucke weiter.

Ein Gespräch nur mit den Vertretern des AStA sei auf dieser Basis nicht sinnvoll. «Wenn der AStA aber eine Veranstaltung organisiert, die für alle Studierenden geöffnet ist, werde ich gerne die Kritik des AStA widerlegen und allen Fragestellern Rede und Antwort stehen.»

Lucke war bei der ersten Vorlesung nach seiner Rückkehr an die Universität als «Nazi-Schwein» beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert worden. An dem Protest beteiligt waren auch Mitglieder der «Antifaschistischen Aktion» (Antifa).

Der AStA wies Luckes Kritik am Samstag zurück. «Wenn jemand eine Täter-Opfer-Umkehr betreibt, dann ist es wohl der Gründer der größten rechtsradikalen Partei Deutschlands seit der NSDAP, wenn dieser sich in der Öffentlichkeit mit jüdischen Professor*innen und studentische Proteste mit Nazis vergleicht», schrieb der AStA auf Twitter.

Der AStA hatte bereits am Freitag unter anderem moniert, Lucke habe die sowieso schon angespannte Situation am Mittwoch noch einmal angeheizt, als er das Podium verlassen und zwischen Studierenden im Auditorium Platz genommen habe. Lucke habe die Studierenden als Schutz benutzt. Der AStA betonte, nicht zu den Störungen im Hörsaal aufgerufen zu haben. Man habe vorher lediglich eine Kundgebung organisiert, bei der es darum gegangen sei, «dass darüber diskutiert wird, wer sich hier nach einer gescheiterten Politkarriere in den Universitätsbetrieb zurückzieht».

Die Wissenschaftsbehörde sowie die Parteien in der Hamburgischen Bürgerschaft mit Ausnahme der Linken verurteilten die Störung der Lucke-Vorlesung. «Wenn Herr Lucke jetzt davon spricht, dass er Opfer ist, ist das die typische Inszenierung der AfD, die sich regelmäßig als Opfer darstellt, wenn es zu politischen Auseinandersetzungen kommt, bei denen es um die Inhalte geht», sagte der Linken-Bürgerschaftsabgeordnete Martin Dolzer am Samstag auf Anfrage. Der Politiker war am Mittwoch auch bei der Kundgebung. Er finde es verwunderlich, dass Lucke nicht eher aus dem Hörsaal gegangen sei, damit es zu einer Deeskalation komme, sagte Dolzer. Er fordert nach den Protesten: «Herr Lucke sollte sich zu seiner historischen Verantwortung, dass er die AfD mitbegründet hat, öffentlich äußern.»

Der Volkswirtschaftler und Euro-Kritiker Lucke war 2013 maßgeblich an der Gründung der AfD beteiligt. 2014 hatte er sich von der Uni Hamburg beurlauben lassen, um als Berufspolitiker für die AfD ins Europaparlament zu wechseln. Nachdem er 2015 im Streit um eine stärker nationalkonservative Ausrichtung der Partei als AfD-Bundessprecher abgelöst worden war, hatte er die Partei verlassen und fremdenfeindliche Tendenzen angeprangert.

Am Donnerstag hatte sich Lucke mit drei Vertretern des AStA sowie mit Universitätspräsident Dieter Lenzen getroffen, um über die Vorfälle zu sprechen. Dabei sei Einvernehmen über die Tatsachen der Ereignisse des Vortags erzielt worden, hieß es anschließend.

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