Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Viele Tausend demonstrieren für mehr Klimaschutz in Hamburg

29.11.2019 - Von den 100 000 Teilnehmern vor sechs Wochen sind sie weit entfernt. Gleichwohl gehen in Hamburg immer noch die Hälfte für mehr Klimaschutz auf die Straße. Sie warnen die Politik: «Symbolpolitik reicht nicht mehr aus.»

  • Teilnehmer der Fridays for Future Demonstrationen gegen das Klimapaket der Bundesregierung demonstrieren am Rödingsmarkt. Foto: Axel Heimken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Teilnehmer der Fridays for Future Demonstrationen gegen das Klimapaket der Bundesregierung demonstrieren am Rödingsmarkt. Foto: Axel Heimken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Zur symbolischen Uhrzeit, um fünf nach zwölf, sind in Hamburg Tausende für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich am Freitag rund 55 000 Menschen, die Polizei sprach von 30 000 bei einem Demonstrationszug durch die Innenstadt, zu dem Fridays for Future unter dem Motto «Global Day of Climate Action» aufgerufen hatte. «Jugend auf die Barrikaden, weil wir sonst keine Zukunft haben», rappte der Musiker Courtier bei der Auftaktkundgebung nahe der Nikolaikirche.

Vor sechs Wochen waren beim globalen Klimastreik in Hamburg bis zu 100 000 Demonstranten auf die Straße gegangen. Angesichts der kurzen Zeit für die Mobilisierung sei diese Zahl diesmal kaum zu erreichen gewesen, sagte Fridays-for-Future-Sprecherin Nele Breebeck. «Ich finde es krass, dass wir so viele sind, obwohl es so kalt ist.»

In den Demonstrationszug reihten sich bei freundlichem, aber mit sechs Grad relativ kaltem Wetter überwiegend junge Leute ein. Aber auch Ältere waren darunter - «Früher gegen AKW - heute Oldies for Future», stand auf einem Plakat.

Wegen der Demonstration sperrte die Polizei die gesamte Innenstadt für den Verkehr, auch Busse durften nicht mehr in das Gebiet rund um die Binnenalster fahren. Zwischenfälle gab es nicht. «Keine Vorkommnisse, alles friedlich», sagte ein Polizeisprecher. Seit dem frühen Morgen hatten die Vorbereitungen für die Demonstration und der Aufbau einer Bühne Verkehrsbehinderungen verursacht.

Fridays for Future fühle sich von der Politik ignoriert, «und das ist der Grund, warum wir weiter auf die Straße gehen». Effektiver Klimaschutz werde durch die große Koalition in Berlin blockiert. «Symbolpolitik reicht nicht mehr aus», sagte Breebeck.

«Dieser laute Weckruf findet bei der Bundesregierung kein Gehör», sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). «Anstatt wirksame Klimaschutz-Maßnahmen mit einer ambitionierten, sozial gerechten CO2-Steuer zu beschließen, kann sich die Bundesregierung nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigen.» Der im Klimapaket vorgesehene CO2-Preis sei zu niedrig und «in seiner Ausgestaltung möglicherweise verfassungswidrig», sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). «Leider konnten wir ihn nicht aufhalten oder verbessern.»

Anlass für den neuerlichen globalen Klimastreik von Fridays for Future ist auch die UN-Klimakonferenz Anfang Dezember in Madrid, wo es um die Klimaschutzzusagen der Staaten, den internationalen Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten sowie die Finanzierung von Klimaschäden durch Dürren und Stürme geht.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren