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Viele in Schleswig-Holstein respektieren Beschränkungen

29.03.2020 - Die Menschen in Schleswig-Holstein halten sich überwiegend an die Kontaktbeschränkungen. Daran ändert auch das schöne Frühlingswetter nichts. Eine Lockerung der Auflagen ist nicht in Sicht.

  • Drei Personen bei sonnigem Wetter am Strand in Strande. Foto: Frank Molter/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Drei Personen bei sonnigem Wetter am Strand in Strande. Foto: Frank Molter/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Wochenende hat es viele Menschen in Schleswig-Holstein bei Sonnenschein und zumindest Samstag auch frühlingshaften Temperaturen an die frische Luft gezogen. Die meisten Menschen hielten sich dabei an die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen. Die Polizei stellte nur vereinzelt Verstöße fest. Der Blick auf Webcams in beliebten Tourismusorten wie etwa Sankt Peter-Ording, Scharbeutz und Timmendorfer Strand zeigte an beiden Tagen ein ähnliches Bild. Die gezeigten Strände sind trotz Sonnenscheins kaum besucht. In großen Abständen sah man in den Livevideos Menschen überwiegend allein oder zu zweit spazieren gehen.

Damit scheint der Appell von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Wirkung zu zeigen. Der Regierungschef hatte die Norddeutschen mit Blick auf das gute Wetter zum Einhalten der Corona-Regeln aufgefordert. «Es ist natürlich verlockend, jetzt nach draußen zu gehen», sagte Günther am Freitag. Natürlich sei ein Spaziergang an der frischen Luft weiter möglich. Die Abstände und die Beschränkung auf zwei Personen müssten aber eingehalten werden. Er erinnerte zudem daran, dass Touristen nicht nach Schleswig-Holstein kommen dürfen und dies auch kontrolliert wird.

Mit Blick auf Diskussionen über mögliche Lockerungen der bestehenden Einschränkungen sagte Günther am Samstag, es sei verfrüht, schon jetzt darüber zu reden. «Natürlich ist es wichtig für die Menschen, Licht am Ende des Tunnels zu sehen», sagte Günther der dpa. «Politik muss aber sorgsam darauf achten, nicht Hoffnungen zu wecken, die am Ende nicht erfüllt werden können.» In den kommenden Wochen würden Zahlen vorliegen, aus denen abgelesen werden könne, ob die bisher ergriffenen Maßnahmen Wirkung erzielt hätten. «Auf dieser Grundlage werden wir zu beurteilen haben, in welcher Weise diese Maßnahmen über den 19. April hinaus fortgeführt werden müssen.»

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist unterdessen in Schleswig-Holstein auf 1007 gestiegen, wie die Landesregierung am Sonntag mitteilte. Das waren 90 mehr als einen Tag zuvor. 117 Personen sind oder waren demnach seit Beginn der Epidemie in klinischer Behandlung - 14 mehr als im Vergleich zum Vortag. Berücksichtigt sind bei den Zahlen der Regierung bis einschließlich Samstag gemeldete Fälle.

In Schleswig-Holstein sind am Wochenende zudem zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Es handelt sich um einen 75 Jahre alten Mann mit Vorerkrankungen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde, der in einem Krankenhaus starb, wie der Kreis am Sonntag mitteilte. Zudem meldete der Kreis Pinneberg am Sonntagabend einen weiteren Corona-Todesfall im Kreisgebiet. Die erkrankte Person gehörte den Angaben zufolge aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters zu einer Hochrisikogruppe und litt an Vorerkrankungen. Damit hat sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 im Land auf sieben erhöht. Dazu zählt auch ein Mann, der als Tourist in Ägypten war.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein sieht derweil in den bestehenden Corona-Hilfsprogrammen von Bund und Land eine Unterstützungslücke für die Unternehmen im Land mit 11 bis 50 Beschäftigten. Diese könnten nach jetzigem Stand zwar Notkredite beantragen, bis zur Kreditentscheidung vergehe allerdings zu viel Zeit, sagte Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen am Sonntag in Kiel. «Dieser Teil unseres Mittelstands benötigt ebenfalls schnell wirkende, niedrigschwellige und leicht zugängliche Liquiditätshilfen.»

In existenzielle Not geraten auch die Tierparks im Land. «Ostern ist unser wichtigstes Wochenende im Jahr», sagte beispielsweise die Direktorin des Tierparks Neumünster, Verena Caspari. An dem Wochenende verdiene der Zoo normalerweise schon den «Winter-Speck». Dem Tierpark werden in diesem Frühjahr rund 175 000 Euro Einnahmen fehlen, sagte sie. Und staatliche Hilfen seien bislang nicht in Sicht. «Denn wir sind ein Verein. Die staatlichen Hilfen für Kleinunternehmer gelten jedoch für einen Verein nicht.» Direktoren anderer Tierparks im Land äußerten sich ähnlich zu ihrer gegenwärtigen Lage.

Am Montag wollen Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) und die Asklepios-Kliniken nach einer gemeinsamen Lösung für Rehakliniken suchen. Der Chef des Klinikbetreibers, Kai Hankeln, hatte nach Angaben von Asklepios am Sonntag mit dem Minister über offene Fragen zur Behandlung von Rehakliniken im Rahmen des Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetzes telefoniert. Asklepios hatte zuvor kritisiert, dass das Ministerium im Gegensatz zu anderen Bundesländern und dem Bundesgesundheitsministerium das Gesetz zum Nachteil der Rehakliniken auslegen würde.

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