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Viele tausend Teilnehmer an Klima-Demos im Norden erwartet

19.09.2019 - Die Bewegung wächst weiter: Die Klima-Demos ziehen auch im Norden tausende Menschen an. Besonders Kiel und Lübeck stehen im Fokus. Die Bildungsministerin ist beeindruckt vom Engagement der Schüler, verweist aber auch auf Recht und Gesetz.

  • Schülerinnen und Schüler demonstrieren mit Protestplakaten beim Fridays for Future-Klimastreik. Foto: Kay Nietfeld/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schülerinnen und Schüler demonstrieren mit Protestplakaten beim Fridays for Future-Klimastreik. Foto: Kay Nietfeld/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Zum weltweiten Klimastreik der Bewegung Fridays for Future werden in Schleswig-Holstein am Freitag viele tausend Teilnehmer erwartet. Die Anmeldungen für Veranstaltungen an mehr als 20 Orten würden laut Landespolizei auf 22 000 Demonstranten hinauslaufen. Wie viele tatsächlich kommen werden, sei abzuwarten, sagte ein Sprecher. Auf die größten Demonstrationen stellen sich Kiel und Lübeck ein.

Dort ist in den Innenstädten auch mit größeren Verkehrsbehinderungen zu rechnen. In der Landeshauptstadt dürfen die Teilnehmer auch über eine längere Strecke auf dem vielbefahrenen Theodor-Heuss-Ring demonstrieren, der wegen hoher Schadstoffwerte als Symbol für Umweltbelastungen gilt. Das Verwaltungsgericht entschied am Donnerstag zugunsten der Veranstalter und gegen die Stadt. Diese verzichtete auf eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht.

«Die Stadt hat zuletzt im April durch die Genehmigung einer Demoroute über den Theodor-Heuss-Ring bewiesen, dass wir immer möglichst demonstrationsfreundlich entscheiden», sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Für die Demo am Freitag habe das Ordnungsamt aufgrund massiver Sicherheitsbedenken der Feuerwehr Einschränkungen vorgesehen. «Das Gericht sieht das anders und das Ordnungsamt setzt die Entscheidung nun um. Hoffen wir, dass alles gut geht.»

Auch in Städten wie Eckernförde, Rendsburg, Neumünster, Itzehoe, Elmshorn, Flensburg, Schleswig und Heide wird demonstriert, auf Sylt und Helgoland sind ebenfalls Veranstaltungen angemeldet. Aufgrund der Erfahrungen von bisherigen Demonstrationen gehe die Polizei von friedlichen Verläufen aus, sagte ein Sprecher. Er rief die Teilnehmer auf, sich auch diesmal friedlich zu verhalten, und wies darauf hin, dass Blockaden auch strafrechtliche Konsequenzen haben könnten. Mehrtägige Klimacamps sind für Kiel und Itzehoe angekündigt.

«Mich beeindruckt, dass das Thema Klimaschutz dieser jungen Generation wirklich wichtig ist», kommentierte Bildungsministerin Karin Prien. Das Engagement müsse man aber differenziert betrachten, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Dass es den Schülern im Land nicht nur um die Demo als Ereignis gehe, merke man zum Beispiel daran, dass immer mehr Schulen auf Flugreisen verzichten und sich vor Ort mit konkreten Maßnahmen für mehr Klimaschutz an ihren Schulen einsetzen. «Wir müssen aber auch darüber sprechen, was unsere Gesellschaft ausmacht», sagte Prien. «Zu unserem Zusammenleben, zu unserem Rechtsstaat gehört, dass man sich an Regeln und Gesetz hält.» Das gelte auch für die Schulpflicht, und dieser Aspekt komme in der allgemeinen Euphorie über die hohe Beteiligung an den Fridays For Future-Demos leider zu kurz.

An diesem Freitag sind nicht nur Schüler und Studenten aufgerufen, sich am Klimastreik zu beteiligen, sondern auch Arbeitnehmer. Mitarbeiter der Stadt Kiel und auch der Landesregierung beispielsweise dürfen nur in ihrer Freizeit teilnehmen. Auch die Universität Kiel gibt ihren Mitarbeitern nicht frei. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Verwaltungsangestellten hätten aber Gleitzeit und seien damit variabel, sagte ein Sprecher. Die Studenten sind ohnehin noch in den Semesterferien. Die Universität in Lübeck und die dortige Technische Hochschule bekannten sich solidarisch mit der Fridays for Future-Bewegung.

Die Muthesius Kunsthochschule in Kiel verkürzte die Kernarbeitszeit bis 11.30 Uhr, so dass Mitarbeiter an der Demonstration teilnehmen können - sie beginnt um 11.55 Uhr, also «fünf vor zwölf». Am Freitag will in Berlin das sogenannte Klimakabinett der Großen Koalition ein Maßnahmenpaket für effektiveren Klimaschutz schnüren.

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