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Viertes U-Boot für Ägypten: Taufe mit Flasche Nilwasser

29.09.2020 - U-Boot-Taufe mit Nilwasser an der Kieler Förde: Ägyptens Marinechef Hassan Said nimmt die Zeremonie für «S44» auf der Werft von Thyssenkrupp Marine Systems vor. Geschäftsführer Rolf Wirtz bekräftigt das Ziel, Europas modernstes Marine-Schiffbau-Unternehmen zu werden.

  • Mit einer Flasche Nilwasser ist ein neues U-Boot für Ägypten auf der Kieler Werft getauft worden. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mit einer Flasche Nilwasser ist ein neues U-Boot für Ägypten auf der Kieler Werft getauft worden. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einer Flasche Nilwasser ist ein neues U-Boot für Ägypten auf der Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) auf den Namen «S44» getauft worden. Vizeadmiral Ahmed Khaled Hassan Said, Chef der ägyptischen Marine, nahm die Zeremonie am Dienstag vor und ließ per Knopfdruck das quasi aufgebockte U-Boot zu Wasser. Das vierte U-Boot aus deutscher Produktion für Ägypten soll in einigen Monaten übergeben werden. Es stehen noch technische Tests aus, wie ein Werftsprecher erläuterte.

Rolf Wirtz, Geschäftsführer von tkMS, bezeichnete die U-Boot-Taufe in Corona-Zeiten als ganz besonderen Meilenstein für das Konstruktionsprogramm mit der ägyptischen Marine. Es basiere auf einem fruchtbaren Dialog zwischen Werft und dem Kunden und der Kompetenz der Beschäftigten. «Dies sind Schlüsselfaktoren auf unserem erfolgreichen Weg, Europas modernste Marine-Schiffbau-Unternehmen zu werden», sagte Wirtz.

tkMS hat rund 6000 Mitarbeiter, davon etwa 3000 in Kiel. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten und zudem im Überwasser-Marineschiffbau tätig. Bis 2023 will tkMS die U-Boot-Werft für 250 Millionen Euro ausbauen und die Produktionskapazitäten mit einer neuen Werfthalle verdoppeln. Im November 2019 kündigte Wirtz an, insgesamt 500 neue Jobs zu schaffen, die meisten davon in Kiel.

An Ägypten war das erste U-Boot «S41» im Dezember 2016 übergeben worden. «S42» folgte im August 2017 und «S43» im April 2020 - wegen der strengen Corona-Schutzmaßnahmen auf der Werft damals ohne Feier. «Die U-Boote sind neben der Seeverteidigung für Konfliktverhütung, Überwachung und Informationsbeschaffung sowie von Operationen von Spezialeinheiten konzipiert», teilte tkMS mit. Über den Preis gab es offiziell keine Angaben. Die «Kieler Nachrichten» hatten berichtet, die vier Boote sollten rund eine Milliarde Euro kosten.

«S44» ist laut Werft 62 Meter lang und hat 30 Besatzungsmitglieder. Es verfüge über modernste Technologie, hohe Kampfstärke und Leistung. Die U-Boote der HDW-Klasse 209/1400 mod-Serie «können lange unter Wasser bleiben, sind schnell und mit ihren geringen Signaturen schwer zu orten». Dies Klasse sei die moderneste Version der HDW-Klasse 209 mit über 60 gebauten Booten.

In Israel hatte der Verkauf deutscher U-Boote an Ägypten zunächst für Kritik gesorgt, weil man befürchtete, den militärischen Vorsprung in der Region zu verlieren. Regierungschef Benjamin Netanjahu räumte im März 2019 aber ein, Deutschlands Verkauf an Ägypten 2014 zugestimmt zu haben. Netanjahu sagte, er sei während der Präsidentschaft von Mohammed Mursi - Kandidat der islamischen Muslimbrüderschaft - gegen die Lieferungen von U-Booten gewesen. Ägyptens Militär hatte Mursi 2013 nach Massenprotesten abgesetzt.

In Deutschland sind Rüstungsexporte an Ägypten wegen der Menschenrechtslage in dem nordafrikanischen Land umstritten. Ägypten steht aber auch in der Kritik, weil es zu der von Saudi-Arabien geführten Kriegskoalition im Jemen gehört und sich mit Waffenlieferungen in den Libyen-Konflikt eingeschaltet hat.

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