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Weltkriegsbombe in Kiel wird entschärft: Tausende betroffen

14.01.2020 - Im Zweiten Weltkrieg hagelte es Bomben auf die Kieler Hafenanlagen: Auf dem Werftgelände der U-Bootschmiede Thyssenkrupp Marine Systems wird eine jetzt zufällig entdeckte 500-Pfund-Bombe entschärft. Bereiche des Ost- und Westufers werden evakuiert, die Förde gesperrt.

  • «Kampfmittelbeseitigung» steht auf einem Fahrzeug. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    «Kampfmittelbeseitigung» steht auf einem Fahrzeug. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Wegen einer Bombenentschärfung herrscht am Mittwoch in Kiel große Anspannung. Rund 3000 Bewohner müssen um dem Fundort der britischen 500-Pfund-Fliegerbombe - die Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) - ihre Wohnungen verlassen. Der Werftbetrieb ruht von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Rund 3000 Werft-Mitarbeiter dürfen nicht zur Arbeit. «Wir haben mit dem Betriebsrat eine einvernehmliche Lösung gefunden, dass dies nicht zu Lasten der Beschäftigten geht», sagte ein TKMS-Sprecher am Dienstag. Laut Polizei ist die Bombe schwierig zu entschärfen. Der Kampfmittelräumdienst werde eine sogenannte Wasserschneidetechnik anwenden.

Betroffen von der Evakuierung sind nach Angaben der Stadt 1833 Haushalte auf dem Kieler Ost- und dem Westufer. Es sei das erste Mal, dass eine Bombenentschärfung beide Uferseiten treffe, sagte ein Polizeisprecher. Eine Reihe von Geschäftshäusern in der Innenstadt liegt im Evakuierungsbereich. Während der Entschärfung wird der Schiffsverkehr auf der Förde eingestellt, dazu gehört auch die Förde-Fährlinie F1.

Ebenfalls evakuiert werden größere Gebäude wie das des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Rund 350 feste und freie NDR-Mitarbeiter sind betroffen, wie ein NDR-Sprecher am Dienstag sagte. NDR-1 Welle Nord wird sein Hörfunkprogramm am Morgen mit den Moderatoren Mandy Schmidt und Horst Hoof gegen 8.30 Uhr aus dem Funkhaus vorzeitig beenden. Dafür übernimmt Moderator Jan Bastick im etwa einen Kilometer entfernten Landeshaus die Live-Sendung. Der NDR hat im Landeshaus ein eigenes Studio. Auch ZDF und Deutschlandfunk sind von den Evakuierungen betroffen.

Die Evakuierungszone hat einen Radius von 750 Metern um die Bombe. Sie war am Montag bei Erdarbeiten zufällig entdeckt worden. «Ein Baggerfahrer, der früher Bundeswehrsoldat war, fand in seiner Schaufel die Bombe, er konnte die Gefahr einschätzen und löste die Alarmkette aus», sagte ein TKMS-Sprecher am Dienstag.

Die Sperrungen werden um 8.00 Uhr eingerichtet und können einige Stunden oder noch länger dauern. Ab diesem Moment wird niemand mehr ins Evakuierungsgebiet hineingelassen. Die Bewohner müssen spätestens um 9.00 Uhr aus der Gefahrenzone verschwunden sein, damit die Entschärfung um 10.00 Uhr beginnen kann, wie die Polizei mitteilte. Sollten sich dann noch Menschen in dem Evakuierungsgebiet aufhalten, werde sich die Entschärfung verzögern.

Betroffene sollten sich, so rät die Polizei, auf eine mehrstündige Abwesenheit einstellen und gegebenenfalls auch an Verpflegung, Arzneimittel, Babynahrung und ähnliches denken. Das Evakuierungsgebiet selbst sollte weiträumig umfahren werden.

Wegen des schlechten Zustands der Fliegerbombe rechnet der Kampfmittelräumdienst mit einer Dauer der Arbeiten von zwei bis vier Stunden. Als Ausweichquartier für die Anwohner diene die Mensa der Hans-Christian-Andersen-Schule in der Stoschstraße 24-26.

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