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Weniger Autos - Grüne wollen Innenstadt attraktiver machen

16.08.2019 - Fußgängerzonen ausweiten, mehr Leben am Abend und eine große Vielfalt bei den Geschäften: Diese Ziele hat die Grünen-Bürgerschaftsfraktion für die Hamburger Innenstadt. Nun hat sie ihr Konzept vorgestellt.

  • Die Grünen stimmen für eine autofreie Hamburger Innenstadt. Foto: Georg Wendt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Grünen stimmen für eine autofreie Hamburger Innenstadt. Foto: Georg Wendt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Mehr Fußgängerzonen, Parks und ein Spielplatz: Sechs Monate vor der Bürgerschaftswahl haben die Grünen ihr Konzept zur Entwicklung der Hamburger Innenstadt präsentiert. Der Vorschlag solle in das Regierungsprogramm aufgenommen werden, sagte Fraktionschef Anjes Tjarks am Freitag im Rathaus. Nach Ansicht der Grünen ist die Innenstadt aufgrund ihrer Lage zwischen Alster und Elbe reizvoll, bleibt aber unter ihren Möglichkeiten. «Wir wollen die Innenstadt verkehrlich beruhigen und weitestgehend autofrei machen», erklärte die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank. Autofreie Innenstädte sind laut Fraktion ein weltweiter Trend.

Die Ideen sollen nun unter anderem mit Vertretern des Handels diskutiert werden. Dafür luden die Grünen am Freitag zu einer Stadtentwicklungskonferenz. «Die Innenstadt kann zu einem Ausflugsziel jenseits des Einkaufsbummels werden, was wiederum den Einzelhandel stärkt», sagte Tjarks. Die Grünen wollen sich dafür einsetzen, die Vielfalt der Geschäfte zu erhalten.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußerte sich beim Radiosender Hamburg Zwei kritisch zur Idee einer komplett autofreien Innenstadt. «Es geht ja darum, dass das alles funktioniert und wir sind ja gegen flächendeckende Fahrverbote.»

Die FDP-Fraktion kritisierte, dass Zahlen zu Kosten oder wegfallenden Parkplätzen fehlen. Verbote würden die Innenstadt zudem nicht attraktiver machen. «Wir haben nichts gegen verkehrsberuhigte Zonen, um die Innenstadt aufzuwerten», sagte die Fraktionsvorsitzende Anna von Treuenfels-Frowein. «Diese müssen aber in enger Abstimmung mit Anliegern und Händlern eingerichtet werden.» Die Linken erklärten, die Grünen enttäuschten mit einem halbherzigen Verkehrskonzept.

Die CDU-Fraktion bezeichnete das Konzept als «durchschaubares Wahlkampfmanöver», das nicht funktionieren werde. Weniger mobile Menschen wie Senioren oder Familien mit kleinen Kindern seien auf eine Anfahrt mit dem Auto angewiesen. «Schon heute ist die Konkurrenz durch den Online-Handel, der einem die Waren bis vor die Haustür bringt, sehr groß», sagte der CDU-Abgeordnete David Erkalp. «Viele Geschäfte in der Innenstadt können nur überleben, wenn die Einkäufe mit dem Auto transportiert werden können.»

Die Grünen betonten, die Zufahrt zu den Tiefgaragen solle weiterhin möglich sein, auch der Lieferverkehr könne nachts und in den frühen Morgenstunden rollen. Klar sei aber: Es würden Parkplätze an Plätzen und Straßen in der Innenstadt wegfallen. Das ist aber aus Sicht der Grünen kein Problem, weil es in den Tiefgaragen ausreichend Plätze gebe und der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver gemacht werden soll. Autofrei werden müsse etwa der Burchardplatz beim Chilehaus im Kontorhausviertel, das zum Unesco-Welterbe gehört. Wenn der Platz umgestaltet werde, müsse dieses einzigartige Gebäude-Ensemble auch nicht länger ein Schattendasein fristen, betonte Tjarks.

Für die Grünen steht zudem fest: In der Einkaufsmeile Mönckebergstraße fahren zu viele Busse und Taxen. Das mache es für Fußgänger schwierig, die Straße zu überqueren. Deshalb soll die Mönckebergstraße den grünen Ideen zufolge Fußgängerzone und der Busverkehr umgeleitet werden. Auch für den Jungfernstieg legen die Grünen Ideen vor: «Die geplanten Baumaßnahmen rund um die Binnenalster sollten dafür genutzt werden, die Zugänglichkeit der Wasserkante bei Wahrung der historischen Kubatur zu verbessern und den gesamten Jungfernstieg vom Verkehr zu beruhigen», sagte Tjarks.

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