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Weniger Pflichtstunden für Lehrer im Norden gefordert

09.05.2019 - Müssen Schleswig-Holsteins Lehrer zu viel unterrichten? Die Gewerkschaft fordert weniger Pflichtstunden für alle Schularten. Eine Petition hat mehr als 5000 Unterstützer gefunden. Nun muss sich der Petitionsausschuss damit beschäftigen.

  • Eine Schülerin meldet sich. Foto: Marijan Murat/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Schülerin meldet sich. Foto: Marijan Murat/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Lehrer müssen nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu viel Unterricht geben. Die Gewerkschaft sammelte 5300 Unterstützer für eine Petition zur Absenkung der Pflichtstundenzahl. «Unterricht macht nur ein Drittel aus, der Anteil der außerunterrichtlichen Tätigkeiten von Lehrkräften ist massiv gestiegen», sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag. Die Gymnasiallehrer leisteten im Vergleich zu ihren Kollegen in Niedersachsen zwei Pflichtstunden mehr, Lehrer an Gemeinschaftsschulen 2,5 Stunden.

«Die Zahl der Pflichtstunden ist zu hoch», sagte Henke. Lehrer arbeiteten zu viel. Als Einstieg müsse bei allen eine Stunde davon wegfallen. Langfristig müssten es «deutlich mehr sein». Zugleich sollten die Pädagogen mehr sogenannte Ausgleichsstunden erhalten. Sinnvoll seien auch Entlastungsstunden für Klassenlehrer. «Arbeit in der Schule darf doch nicht krank machen.»

Gymnasiallehrer müssen im Norden 25, 5 Pflichtstunden geben, an Gemeinschaftsschulen sind es 27 und an Grundschulen 28 Stunden. Bei mehr als 23 000 Lehrern im Land entspräche der Wegfall von einer Stunde 960 Stellen oder knapp 50 Millionen Euro im Haushalt.

Mit der von 5300 Menschen unterstützten Petition muss sich nun der Petitionsausschuss befassen. Der GEW gehören nach Gewerkschaftsangaben rund 6500 Lehrer an. Zuvor hatte bereits der Philologenverband eine Senkung der Stundenzahl, die Lehrer an den Gymnasien geben müssen, verlangt.

Für Unmut sorgen bei den Gewerkschaften die Pläne von Bildungsministerin Karin Prien (CDU), die zum 31. Juli auslaufende Pflichtstundenverordnung um fünf Jahre zu verlängern. Laut Ministerium ist aber geplant, die Zahl der Pflichtstunden für Lehrer mit Leitungsaufgaben per Erlass ab 2021 zu senken.

Prien sagte zu den Forderungen, die Regierung wolle die Lehrer mit mehreren Schritten entlasten. «Das Wichtigste ist, dass wir ab dem kommenden Schuljahr 2019/20 noch einmal 153 Stellen mehr als im Vorjahr (23 192 Stellen) an die Schulen geben können.» Bei gleichzeitig geringeren Schülerzahlen werde die Unterrichtsversorgung deutlich verbessert. «Und damit auch die Bedingungen für die Lehrkräfte.»

Außerdem verwies die CDU-Politikerin darauf, dass Grundschulleiter künftig mehr Geld bekommen und die Grundschullehrer von August 2020 an A13 statt wie bislang A12 erhalten. «Ein klares Zeichen der Wertschätzung ist auch durch die vollumfängliche Übernahme der Tarifsteigerung im öffentlichen Dienst, über die der Landtag in der nächsten Woche entscheidet.» Zudem arbeite ihr Haus an einem neuen Erlass, der Lehrer von Leitungs- und Verwaltungsaufgaben entlasten soll.

Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat warf der Jamaika-Koalition vor, Begehrlichkeiten geweckt zu haben, die nicht eingehalten würden. Im Koalitionsvertrag wimmele es sie jetzt nicht einhalten kann. Darin gebe es reichlich wolkige Aussagen wie: «Die Belastungssituation von Lehrkräften und deren Entlastung werden wir in den Blick nehmen.» Das reiche nicht aus.

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