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Busfahrer erneut im Warnstreik: Neuer Verhandlungstermin

04.03.2020 - Pendler und Schüler im Norden haben neue Verkehrsprobleme. Ein weiterer Warnstreik legt viele Buslinien lahm. Betroffen sind private Busunternehmen. In dem zähen Tarifkonflikt der Branche gibt es aber auch ein Hoffnungszeichen.

  • Ein Schild mit der Aufschrift "Heute: Warnstreik!" und dem Logo der Gewerkschaft Verdi. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schild mit der Aufschrift "Heute: Warnstreik!" und dem Logo der Gewerkschaft Verdi. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein neuer Warnstreik hat am Mittwoch den Busverkehr in Schleswig-Holstein beeinträchtigt. Verdi-Streikleiter Karl-Heinz Pliete sprach von großen Auswirkungen, die im Land aber offenkundig sehr unterschiedlich ausfielen. Betroffen von der fünftägigen Aktion sind nur private Unternehmen. Zum Teil waren Notfallfahrpläne in Kraft, besonders auch für Schüler. Die Autokraft hatte auf ihrer Homepage Einschränkungen für die Kreise Dithmarschen, Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Steinburg angekündigt. Für Nordfriesland hieß es, der gesamte Linien- und Schülerverkehr falle fast vollständig aus.

Unterdessen einigten sich Verdi und der Omnibus Verband Nord (OVN) auf den nächsten Dienstag als neuen Verhandlungstermin in dem festgefahrenen Tarifkonflikt. Er habe eine gewisse Hoffnung, dass es zu einer Einigung kommen kann, sagte OVN-Geschäftsführer Joachim Schack der Deutschen Presse-Agentur. Verdi habe zugesagt, dass parallel zu den Verhandlungen nicht gestreikt werde.

Die Fahrer erwarteten einen ähnlichen Abschluss wie für die Kollegen in den kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg, sagte Verdi-Streikleiter Pliete. «Wenn der OVN dazu bereit ist, werden wir auch einen Abschluss hinkriegen.» Die Fahrer der kommunalen Unternehmen in den genannten Städten erhalten rückwirkend zum 1. Januar 140 Euro im Monat mehr. Vom 1. Juni 2021 an gibt es noch einmal 115 Euro mehr.

Das jüngste OVN-Angebot reicht Verdi nicht aus. Es sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 Euro in vier Stufen bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führt laut OVN zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2800 Euro im Linienverkehr. Damit bekämen die Fahrer im Norden weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg. Schon dieses Angebot könnten die Unternehmen nicht refinanzieren. Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar. Laut OVN entspräche dies einer Erhöhung von 14 Prozent, was wirtschaftlich nicht machbar sei.

«Für uns steht außer Frage, dass unsere Beschäftigten mehr Geld bekommen sollen», erklärte Geschäftsführerin Tina Trautwein vor Beginn des neuen Warnstreiks. «Wir hoffen weiterhin gemeinsam mit dem OVN auf eine tragfähige Einigung am Verhandlungstisch.»

Er beobachte ein allmähliches Bröckeln der Streikfront, sagte OVN-Geschäftsführer Schack. Eine Reihe von Fahrern wäre mit dem Arbeitgeberangebot einverstanden. Sie sähen ein, dass die Unternehmen keine Luft mehr hätten. Die Touristikunternehmen litten auch unter der Stornierung von Reisen wegen des Coronavirus.

Verdi hatte die privaten Busunternehmen schon in der vorigen Woche vier Tage lang bestreikt. Der neue Warnstreik soll bis Sonntagabend dauern. Für Mittwoch hatte unter anderem die Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg mit Verdi einen Schülernotfallfahrplan erarbeitet. Auch die DB Regio Bus Nord GmbH und die Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft der Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Segeberg stellten einen Notfallfahrplan auf. Bei der Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft im Kreis Stormarn fielen ebenfalls mehrere Linien komplett aus. Zum OVN gehören derzeit etwa 90 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1600 Bussen.

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