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Windenergie laut Studie Jobmotor in Schleswig-Holstein

26.02.2020 - Der Bau und Betrieb von Windrädern sorgt in Schleswig-Holstein für fast 12 000 Jobs. Laut Studie des Windenergieverbands profitierten Land und Kommunen 2018 zudem über mindestens 45 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Der Verband fordert mehr Baugenehmigungen.

  • Die Windräder drehen sich am Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Windräder drehen sich am Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Bau und Betrieb von Windrädern in Schleswig-Holstein haben laut einer Studie in Schleswig-Holstein 2018 für 11 900 Arbeitsplätze gesorgt. «Die Windenergie an Land ist ein Jobmotor», sagte der Vorsitzende des Landesverbandes WindEnergie Schleswig-Holstein (BWE), Horst Leithoff, am Dienstag. Allein der Betrieb bereits aufgestellter Anlagen beschäftigte im Land 9100 Menschen. Für die Studie hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Daten der Bundesnetzagentur und des Statistischen Bundesamts ausgewertet.

Demnach wurden durch die Windenergie an Land im nördlichsten Bundesland 2018 weitere wirtschaftliche Effekte in Höhe von 1,34 Milliarden Euro ausgelöst. «Das entspricht knapp einem Fünftel der Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein», sagte Marc Mecke vom DIW. Nur sieben Prozent der Wirtschaftseffekte entfielen auf Investitionen in neue Anlagen, der überwiegende Teil resultiert aus dem Betrieb von Windrädern inklusive Wartung.

Zudem flossen dem Land und den Kommunen 45,6 Millionen Euro an Steuern zu, davon 32,2 Millionen Euro aus dem Betrieb der Anlagen und 13,4 Millionen Euro aus Investitionen in neue Windräder. In die Auswertung des DIW floss aber nur ein Teil der Gewerbesteuern ein.

2019 war der Bau neuer Windräder an Land im nördlichsten Bundesland eingebrochen. Das Minus von 94,5 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt des Zubaus der vergangenen fünf Jahre war bundesweit am größten. Der Nettozubau betrug 2019 nach Angaben der Fachagentur Windenergie lediglich 10 Anlagen mit 38,1 Megawatt.

In ganz Deutschland wurden an Land nur 276 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 940 Megawatt in Betrieb genommen - das war der geringste Zubau seit mehr als 20 Jahren. Hauptgründe sind lange Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und viele Klagen. Viele Bürgerinitiativen gehen gegen den Bau von Windrädern vor.

In Schleswig-Holstein herrscht seit 2015 wegen eines Gerichtsurteils ein Moratorium für neue Windräder, Genehmigungen gibt es nur als Ausnahmen. Inzwischen liegt der dritte Entwurf für neue Windkraft-Regionalpläne vor. Die Landesregierung hofft, dass der Landtag die Pläne im Oktober/November 2020 beschließen kann und das Moratorium dann aufgehoben wird.

«Die große Wertschöpfung, fachlich qualifizierte Arbeitsplätze und wichtige Steuereinnahmen, die die Studie aufweist, sind beim anhaltenden zögerlichen Genehmigungsverfahren der Landesregierung gefährdet», sagte BWE-Geschäftsstellenleiter Marcus Hrach. Die Branche benötige dringend mehr Genehmigungen. Es sei nicht tragbar, dass der Zubau in Schleswig-Holstein seit mehr als drei Jahren kaum noch vorankomme.

Derzeit dauerten Genehmigungsverfahren in Schleswig-Holstein dreimal so lange wie vor dem Moratorium, sagte Leithoff. «Dabei schafft jede Windenergieanlage durch ihren Betrieb 3,1 Arbeitsplätze.»

Ziel der Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP ist es, zwei Prozent der Landesfläche als Vorrangflächen für Windräder auszuweisen und bis 2025 insgesamt 10 Gigawatt Windkraft-Leistung an Land zu installieren. Anfang Dezember waren laut Energieministerium im Land 29 59 Windräder in Betrieb. Die installierte Gesamtleistung betrug gut 6,5 Gigawatt.

Mit Abstand die meisten Windräder stehen in den Kreisen Nordfriesland (762 Windräder mit einer Leitung von zusammen 1969,9 Megwatt) und Dithmarschen (831 Windräder mit einer Gesamtleistung von 1795,5 Megawatt).

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