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Wirtschaftsexperte: Mehr Transparenz in Lieferketten machbar

19.07.2020 - Ob Kinderarbeit oder Umweltschäden: Oft wissen Konsumenten nicht, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt wurden. Das könnte sich durch ein Lieferkettengesetz ändern. Dessen Umsetzung ist aber nicht ohne weiteres möglich, sagt ein Kieler Wirtschaftsexperte.

  • Mitarbeiter der Textilfabrik Viyellatex in einem Vorort von Dhaka nähen T-Shirts. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mitarbeiter der Textilfabrik Viyellatex in einem Vorort von Dhaka nähen T-Shirts. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Ansicht des Wirtschaftsexperten Holger Görg ist das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Einhaltung von Menschenrechten in internationalen Lieferketten für Unternehmen umsetzbar. «Ein Einsatz von neuer Technologie, insbesondere Blockchain, in der Lieferkette könnte für viel mehr Transparenz sorgen und es für die Produzenten in Deutschland möglich machen, alle Schritte der Kette nachzuvollziehen», sagte Görg der Deutschen Presse-Agentur. Görg forscht am Kieler Institut für Weltwirtschaft zu internationaler Arbeitsteilung.

«So wie Lieferketten zurzeit generell strukturiert sind, ist es in der Tat schwer, Zulieferer, die weiter als zwei oder drei Schritte vom deutschen Unternehmen entfernt sind, zu kontrollieren», sagte Görg. Bei Textilien könne ein deutscher Produzent zwar nachvollziehen, wo in Bangladesch eingekaufte T-Shirts herkommen. «Es wird jedoch schon schwerer nachzuvollziehen, wo die T-Shirts gefärbt werden, oder wo die Baumwolle herkommt. Und noch mal schwerer zu sehen, wo die Düngemittel et cetera für die Baumwollplantage herstammen.»

«Natürlich könnten Unternehmen auf ihre Zulieferer Einfluss ausüben, indem sie diese Aspekte vertraglich regeln», sagte Görg. Dazu könne gehören, dass Zulieferer bei ihren Zulieferern auf die Einhaltung von Standards pochen. Problem sei aber die Überwachung.

Es gebe keine aktuellen belastbaren Daten über den Umfang von Menschenrechtsverletzungen bei der Produktion, sagte Görg. «Was jedoch ganz klar ist: Arbeitsbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern hinken ganz klar denen von Industrieländern hinterher.» Extremfälle seien gelegentlich in den Nachrichten. «Aber das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Ich denke hier an Entlohnung, Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit, Urlaubsanspruch, Krankheitsvorsorge, Rentenvorsorge.»

In der Bundesregierung ist ein Gesetz im Gespräch, das deutsche Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechtsstandards auch bei Zulieferfirmen im Ausland verpflichten soll. Eine Befragung von Firmen hat ergeben, dass nur 22 Prozent die Standards einhalten. Handel und Industrie stemmen sich gegen ein solches Gesetz. Sie befürchten Nachteile im internationalen Wettbewerb.

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