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«Unregelmäßigkeiten» bei Leber-Transplantationen

06.12.2018 - Seit dem Skandal um manipulierte Wartelisten schauen Ärzte, Kassen und Kliniken bei Organtransplantationen genauer hin. Insgesamt sind die Prüfer zufrieden - bis auf zwei Ausnahmen.

  • Das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin/Frankfurt (dpa/lhe) - Kontrolleure haben «systematische Unregelmäßigkeiten» bei Lebertransplantationen am Universitätsklinikum Frankfurt festgesellt. Das teilten die Prüfungs- und Überwachungskommissionen von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2017/2018 am Donnerstag in Berlin mit. Unregelmäßigkeiten stellte die Kommission auch bei Herztransplantationen in Köln-Lindenthal fest.

Bei den Prüfungen wird untersucht, ob bei Anmeldungen zu Wartelisten gegen Richtlinien verstoßen wurde. Hintergrund sind Skandale von 2012, bei denen Wartelisten manipuliert wurden. Insgesamt werde bei Herz-, Lungen- und Lebertransplantationen «weit überwiegend ordnungsgemäß und korrekt» gearbeitet, hieß es in dem Bericht. Fehler in einzelnen Zentren hätten kein systematisches Vorgehen zugunsten von Patienten erkennen lassen. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine mögliche Bevorzugung von Privatpatienten.

Das Universitätsklinikum Frankfurt sagte auf Anfrage, die Kommissionen hätten ihren Bericht der Staatsanwaltschaft Frankfurt zur Kenntnis gegeben. Der Prüfbericht attestiere, «dass das Leberzentrum in den zentralen und wesentlichen Bereichen richtlinienkonform und zum Wohle der Patienten arbeitet», sagte eine Sprecherin. «Nur in einem sehr speziellen Teilaspekt der Richtlinien für die Wartelistenführung und die Organvermittlung» gebe es «Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Zeitraum vor 2016».

«Das Universitätsklinikum Frankfurt ist davon überzeugt, sich in allen Fällen immer richtlinienkonform verhalten zu haben», sagte die Sprecherin. Man habe in einer Stellungnahme die einzelnen Behandlungsfälle dargelegt. Das Universitätsklinikum kooperiere bei der Aufklärung vollumfänglich mit den zuständigen Behörden. Die Staatsanwaltschaft habe bislang kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei der Staatsanwaltschaft war am Abend niemand mehr erreichbar.

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