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1,26 Millionen Euro für Briefmarke von Ex-Tengelmann-Chef

08.06.2019 - Der frühere Tengelmann-Chef Erivan Haub starb vor etwas mehr als einem Jahr. Nun wird seine bedeutende Briefmarken-Sammlungen. Eine Rarität sorgte für ein enormes Gebot.

  • Ein Brief mit der Briefmarke «Baden-Fehldruck 9 Kreuzer» ist zu sehen. Foto: Auktionshaus Heinrich Köhler/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Brief mit der Briefmarke «Baden-Fehldruck 9 Kreuzer» ist zu sehen. Foto: Auktionshaus Heinrich Köhler/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesbaden/Mülheim (dpa/lnw) - Ein anonymer Bieter hat für 1,26 Millionen Euro die Briefmarke «Baden-Fehldruck 9 Kreuzer» aus der Sammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub ersteigert. Beim Druck der Marke aus dem Jahr 1851 sei versehentlich zu grünem statt rosafarbenem Papier gegriffen und damit eine philatelistische Berühmtheit geschaffen worden, teilte das Heinrich Köhler Auktionshaus mit. Gestartet war die Auktion in Wiesbaden, an der sich zwei Bieter im Saal und zwei weitere Bieter am Telefon beteiligten, mit einem Einstiegsgebot von 800 000 Euro. Den Zuschlag habe schließlich einer der Bieter aus dem Saal bekommen, der aber anonym bleiben wolle, sagte der Auktionshaus-Geschäftsführer Karl Louis.

Der der frühere Tengelmann-Chef Haub war im März 2018 im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Milliardär hatte das Unternehmen mit Sitz in Mülheim an der Ruhr mehr als 30 Jahre geführt und Tengelmann zu einem international tätigen Warenhandelskonzern ausgebaut.

«Das Sieggebot ist für uns überraschend höher ausgefallen als gedacht», erklärte Louis. In der deutschen Philatelie gebe es sonst keine Marke, die die Millionengrenze überschritten habe. Der Geschäftsführer des Bundes Deutscher Philatelisten, Reinhard Küchler, sagte zu dem erzielten Preis: «Das ist die Champions League. Das Ding ist aber auch einfach toll. Und es wäre wunderschön, wenn man es mal irgendwo sehen könnte.»

Der Baden-Fehldruck hat den Angaben zufolge letztmals 1985 den Besitzer gewechselt. Ebenfalls am Samstag versteigert wurde die erste Briefmarke Deutschlands, der «Elster-Block des schwarzen Einsers» aus dem Jahr 1849. Von den 15 Marken des Blocks wurde eine wegen eines Fehlers des Druckers auf dem Kopf stehend gedruckt. Der Block wurde für 500 000 Euro versteigert.

Für die Versteigerung der gesamten Erivan-Sammlung sind in den kommenden fünf Jahren insgesamt 30 Auktionen weltweit geplant. Der Unternehmer hat nach Einschätzung von Experten im Laufe seines Lebens eine der bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre weltweit zusammengetragen.

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