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112 Infizierte durch Corona-Ausbruch nach Gottesdienst

26.05.2020 - Nach einem Corona-Ausbruch im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt verfolgen Gesundheitsbehörden weiter mögliche Infektionsketten. Aktuell würden noch 150 Menschen überprüft, die mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten, erklärte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, am Dienstag. Es gebe aktuell 112 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus.

  • Der Schriftzug «Bethaus» sowie ein Kreuz prangen an der Fassade des Gemeindehauses der Evangeliums Christen Baptisten. Foto: Sebastian Kramer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug «Bethaus» sowie ein Kreuz prangen an der Fassade des Gemeindehauses der Evangeliums Christen Baptisten. Foto: Sebastian Kramer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei dem Gottesdienst selbst waren vor zwei Wochen laut Gottschalk 180 Menschen anwesend gewesen. Viele Infektionen seien aber erst nach dem Gottesdienst geschehen. Die ersten Kontaktpersonen und Infizierten würden mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen. Laut Sozialminister Kai Klose (Grüne) werden momentan der Ablauf des Gottesdienstes und die Infektionsketten rekonstruiert. Mehrere Gesundheitsämter seien beteiligt.

Der Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Claus Kaminsky (SPD), kritisierte am Dienstag fehlende Informationen aus dem für Hanau zuständigen Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises. «Die dringlichste Frage, die wir aus dem nachvollziehbaren Wunsch der Bevölkerung nach Aufklärung gestellt haben, ist trotz vieler Worte nach wie vor unbeantwortet: Sind unter den Infizierten Kinder, die Hanauer Schulen oder Kindertagesstätten besucht haben? Ein schlichtes Ja oder Nein hätte es hier getan», teilte Kaminsky mit.

Der Frankfurter Verein «Evangeliums Christen Baptisten» hatte zunächst betont, alle Schutzregeln seien eingehalten worden. Ein am Montag auf der Webseite der Gemeinde veröffentlichtes Schreiben räumt allerdings Versäumnisse ein: «Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten», hieß es in der Stellungnahme.

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