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Anklage fordert lebenslang für Eltern ermordeter Kinder

14.06.2019 - Darmstadt (dpa/lhe) – Nach dem gewaltsamen Tod zweier Kinder im südhessischen Mörlenbach sollen der Vater und die Mutter nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe erhalten. Die Anklage forderte am Freitag vor dem Darmstädter Landgericht die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld wegen Mordes und Brandstiftung. Die Eltern hätten die beiden 13 und 10 Jahre alten Kinder am frühen Morgen des 31. August 2018 erschlagen und erstochen sowie Feuer in den Kinderzimmern gelegt. Der Verteidiger der 46 Jahre alten Mutter plädierte dagegen auf Freispruch für seine Mandantin.

  • Die Statue der Justiti. Foto: Arne Dedert/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Statue der Justiti. Foto: Arne Dedert/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Oberstaatsanwalt Klaus Tietze-Kattge stützte seine Forderung auf die erste Vernehmung des Angeklagten, in der er erklärt hatte, dass er und seine Frau die Kinder getötet hätten. Er sprach von Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen. Die Eltern sind Zahnärzte in einem Insolvenzverfahren. Ihre Aussagen zeigten, dass sie sich vom Insolvenzverwalter zu Unrecht drangsaliert fühlten, sagte der Anklagevertreter. Ihr zwangsversteigertes Haus hätte die Familie am Morgen des 31. August räumen müssen. «Die Kinder mussten sterben, weil sich ihre Eltern als Opfer stilisieren wollten», sagte der Oberstaatsanwalt.

Der Verteidiger der Mutter sagte dagegen, der Vater habe die Kinder getötet, seine Mandantin sei von den Morden überrascht worden. Der Anwalt erinnerte an eine Aussage des Vaters vor Gericht, in der er erklärt hatte, er alleine habe die Taten begangen. Der Verteidiger des 59 Jahre alten Vaters will kommenden Montag plädieren.

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