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Atomkraftgegner rechnen Anfang November mit Castor-Transport

01.10.2020 - Die Vorbereitungen für einen im Frühjahr verschobenen Castor- Transport mit radioaktiven Abfällen von Sellafield nach Deutschland sind wieder angelaufen. Auch bei Umweltschützern und Atomkraftgegnern.

  • Ein Castorbehälter wird in das Innere eines der Reaktorblöcke des AKW Biblis gehoben. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Castorbehälter wird in das Innere eines der Reaktorblöcke des AKW Biblis gehoben. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Atomkraftgegner gehen davon aus, dass der geplante Castortransport von der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield nach Biblis etwa Anfang November im Hafen von Nordenham ankommt. «Nach unseren Informationen müssen wir mit dem Transport ein paar Tage vor oder nach dem 1. November rechnen», sagte Hans-Otto Meyer-Ott vom Arbeitskreis Wesermarsch in Niedersachsen am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte klare Angaben darüber, ob die infrage kommenden Schiffe für den Transport geeignet seien.

Die beauftragte Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) hatte vorige Woche mitgeteilt, dass die Vorbereitungen für den im Frühjahr coronabedingt verschobenen Rückführungstransport von Sellafield nach Biblis in Hessen wieder aufgenommen worden seien. Vorausgegangen war eine entsprechend geänderte Transportgenehmigung des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung. Ein konkretes Datum wurde nicht mitgeteilt, nur dass der Transport bis Ende des Jahres erfolgen solle. Auch der Anlaufhafen Nordenham wurde nicht bestätigt. Davon geht Meyer-Ott aber zu «99 Prozent» aus.

Man beobachte den Hafen bei Sellafield vor Ort und die vier für den Transport infrage kommenden Schiffe - auch über das Internet. Von Sellafield bis ins niedersächsische Nordenham seien es etwa zwei Seetage, schätzte Meyer-Ott. Sobald gesicherte Erkenntnisse über den Start des Transports vorlägen, werde der sogenannte Castor-Alarm ausgelöst und es würden Protest-Gruppen von der Wesermarsch bis nach Biblis informiert. Ursprünglich war der Transport von sechs Behältern mit radioaktiven Abfällen ab dem 1. März dieses Jahres vorgesehen gewesen.

Meyer-Ott forderte vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung Angaben darüber, inwieweit die vier aus seiner Sicht infrage kommenden Transportschiffe sicher und geeignet seien. Laut dem niedersächsischen Umweltministerium falle die Prüfung in die Zuständigkeit des Bundesamts. Es müsse eine Situation wie 2012 vermieden werden, als ein Schiff kurz nach einem Castortransport nach Deutschland wegen Sicherheitsmängeln habe verschrottet werden müssen, warnte der Arbeitskreis Wesermarsch in einem Schreiben an die Behörde.

Das niedersächsische Landesinnenministerium hatte diese Woche darauf hingewiesen, dass Deutschland sich durch völkerrechtliche Verträge zur Rücknahme der bei der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Sellafield anfallenden radioaktiven Abfälle verpflichtet habe. Daraus ergebe sich der polizeiliche Auftrag, einen sicheren Transport der Castorbehälter in das Transportbehälterlager Biblis zu gewährleisten. Die Polizei Niedersachsen bereite sich derzeit auf einen entsprechenden Einsatz im 4. Quartal 2020 vor.

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