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Autonomes Fahren in Hessen: Pilotversuch mit Lkw geplant

29.01.2020 - Sich bequem vom Auto von A nach B bringen zu lassen, ohne selbst zu steuern - das ist derzeit noch Zukunftsmusik. Mehrere Projekte suchen derzeit Antworten auf die vielen noch ungelösten Probleme, die sich in Sachen automatisiertes Fahren stellen.

  • Gerd Riegelhuth, Chef von Hessen Mobil. Foto: Hessen Mobil/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gerd Riegelhuth, Chef von Hessen Mobil. Foto: Hessen Mobil/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil plant einen weiteren Test mit einem autonomen Fahrzeug auf der Autobahn. Dabei gehe es um einen Lastwagen zur Absicherung von Tagesbaustellen, sagte der Präsident der Behörde, Gerd Riegelhuth, am Mittwoch in Frankfurt. Ein erster Pilotversuch mit einem solchen gänzlich unbesetzten Fahrzeug, das ausschließlich auf dem Seitenstreifen unterwegs war, sei erfolgreich verlaufen. Nun gehe es darum, einen regulären Fahrstreifen zu befahren. Die Gespräche mit dem Hersteller und den Projektpartnern liefen, sagte Riegelhuth.

Im Juni 2018 hatte Hessen Mobil europaweit zum ersten Mal einen autonom fahrenden Lastwagen im realen Verkehr auf einer Autobahn eingesetzt. Er war auf der A3 einer Wanderbaustelle gefolgt und hatte sie so nach hinten abgesichert. Hintergrund war, die Sicherheit für die Bauarbeiter zu erhöhen, denn die Lastwagen werden immer wieder in schwere Auffahrunfälle verwickelt. Zugleich sollten Erkenntnisse für das voll automatisierte Fahren gewonnen werden.

Einen solchen Lastwagen auf einem regulären Fahrstreifen einzusetzen, sei für die Sensoren und die Rechenkapazität des autonomen Fahrzeugs eine neue Stufe, sagte Riegelhuth. «Das Fahrzeug muss ja die Spur wechseln können.» Wann Autos tatsächlich fahrerlos und damit autonom über die Autobahn brausen könnten, sei unklar. Viele technische Fragen seien noch ungelöst. Das gelte auch für die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Autobahn sei dazu allerdings noch am besten geeignet, da dort keine Fußgänger unterwegs seien.

In Hessen gibt es noch weitere Pilotprojekte zum Thema autonomes Fahren. So sind am nördlichen Mainufer in Frankfurt elektrische Kleinbusse unterwegs, in denen Fahrer nur zum Eingreifen in Notfällen sitzen. Fahrten bieten die Betreiber, die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF und traffiq sowie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), für Jedermann und ohne Voranmeldung kostenlos an. Schneller als 15 Stundenkilometer dürfen die «Easy» genannten Fahrzeuge aber nicht fahren. In Wiesbaden soll demnächst ein autonomer Shuttlebus auf einem Klinikgelände verkehren.

Derzeit brennendes Thema und wichtige Vorbedingung für das automatisierte Fahren sei die digitale Kommunikation von Autos untereinander sowie von Autos mit der Verkehrszentrale und der Verkehrsinfrastruktur. Innerstädtische Grüne-Welle-Apps seien hierfür ein Beispiel, sagte Riegelhuth. Hessen Mobil habe unter anderem eine Anwendung entwickelt, die vor Tagesbaustellen warne. Konzipiert ist das Angebot für den gesamten «Euro-Korridor» von den Niederlanden bis nach Österreich. Um die Anwendung zu nutzen, sei ein mit entsprechenden digitalen Assistenzsystemen ausgestattetes Auto nötig.

Um den Verkehr im Land zu lenken und Autofahrern über Anzeigen an der Fahrbahn Hinweise zur Stauumfahrung geben zu können, sammele Hessen Mobil viele Daten selbst, sagte der Behördenchef: über Kameras sowie in die Fahrbahn eingelassene Messinstrumente und Radarsensoren in Schilderbrücken. Tagesbaustellen müssen in Hessen automatisch per GPS ihren Standort übermitteln. Zudem kauft die Behörde bei Anbietern von Navigationssystemen Daten hinzu.

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