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Awo-Verbände: Schadenersatz von früheren Führungskräften

22.01.2021 - Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Betrug und Untreue, nun geht es bei der krisengeschüttelten Arbeiterwohlfahrt auch um Schadenersatz. Geschäftspraktiken, wie sie unter den früheren Chefs möglich waren, würden nicht mehr länger toleriert.

  • Das Logo der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zwei Verbände der von Skandalen um überhöhte Gehälter erschütterten Arbeiterwohlfahrt gehen gegen ehemalige Führungskräfte wegen Schadenersatz vor. Der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt Hessen-Süd reichte Klage unter anderem gegen ihren ehemaligen Vorsitzenden und ihren ehemaligen Generalbevollmächtigten ein. Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt geht gegen ihren früheren Geschäftsführer vor, wie ein Sprecher am Freitag sagte. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» online darüber berichtet.

Im Fall der Arbeiterwohlfahrt Hessen-Süd geht es vor allem um den Verkauf zweier Seniorenheime, die einem Gutachten zufolge erheblich unter dem tatsächlichen Verkehrswert verkauft wurden sowie um überhöhte Beraterhonorare, wie der Verband mitteilte. Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sagte, der Verkauf sei Teil der staatsanwaltlichen Ermittlungen des sogenannten Awo-Komplexes. «Das wird alles geprüft.» Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen vor allem mehrere frühere Funktionäre der Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden, wegen Betrug- und Untreueverdachts.

Der Verkauf der Seniorenheime war auch im Bericht der Task Force unter Leitung der früheren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin beanstandet worden. Der im vergangenen November vorgelegte Bericht kritisierte «sehr deutlich Geschäftsvorfälle in der Vergangenheit, die nicht zum Wohle der Awo Hessen-Süd getätigt wurden.» Der betroffene Bezirkschef, gegen den nun geklagt wird, hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe damals als Unsinn bezeichnet und von Rufmord gesprochen.

Der Bezirksverband habe durch das Handeln der Beklagten großen Schaden erlitten, sagte Stephanie Becker-Bösch, Vorsitzende des Bezirksverbands. «Uns geht es um die Kompensation der finanziellen Schäden und um die Klarstellung, dass derartige Geschäftspraktiken in der Awo nicht toleriert werden.»

Beim Frankfurter Kreisverband geht es nach Angaben eines Sprechers um eine Abfindung im mittleren sechsstelligen Bereich, die mit einer ausscheidenden Führungskraft vereinbart worden war. Der Verband geht von insgesamt 6,3 Millionen Euro Schaden aus, der durch die frühere Führung entstanden sei.

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