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Bad Karlshafen bekämpft Algenproblem mit Wasserpflanzen

17.06.2020 - 4800 Wasserpflanzen sollen das Algenproblem im nördlichsten Hafen Hessens lösen. Man habe Gewächse wie Schilf und Rohrkolben gepflanzt, weil diese wie eine «biologische Kläranlage die Nährstoffe aus dem Wasser herausziehen», sagte Marcus Dittrich, Bürgermeister (parteilos) in Bad Karlshafen am Mittwoch. Das für 6,5 Millionen Euro reaktivierte historische Hafenbecken war nur wenige Wochen nach seiner Eröffnung vor einem Jahr mit einem Algenteppich überzogen gewesen. Die Bepflanzung kostet 30 000 Euro und wurde aus Naturschutzmitteln des Landes Hessen finanziert.

  • Ein Haus aus dem 19. Jahrhundert spiegelt sich zwischen Algen im Bad Karlshafener Hafenbecken. Foto: Uwe Zucchi/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Haus aus dem 19. Jahrhundert spiegelt sich zwischen Algen im Bad Karlshafener Hafenbecken. Foto: Uwe Zucchi/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Unterstützt wurde Bad Karlshafen von Heike Zimmermann-Timm, Expertin für Binnengewässer an der Frankfurter Goethe-Universität. Sie und eine Studentin nahmen Gewässerproben, um die Ursache der Algen zu ermitteln: «Wir haben sehr schnell festgestellt, dass das Wasser im Hafen einen hohen Nährstoffgehalt hat, der sich zusätzlich erhöht, wenn die Diemel Hochwasser führt.» Der Fluss speist über einen Kanal das Becken und nimmt dann Dünger von den Feldern auf. Die Forscher entwickelten mit der Stadt die Idee, Wasserpflanzen als natürliche Kläranlage zu nutzen. «Man kann solche Sachen nicht von der Stange kaufen, jedes Gewässer ist ein Individuum», erklärt Zimmermann-Timm.

Laut Dittrich soll das Becken in der Mitte der barocken Hugenottenstadt nun wieder geflutet werden. «Das wird aber keine Flutwelle sein, sondern wir lassen langsam Wasser rein, damit die Pflanzen nicht weggeschwemmt werden.» Die wegen der Arbeiten verschobene Wassersportsaison soll danach beginnen: «Wir hoffen, dass wir nächste Woche kurzfristig starten können.»

Bad Karlshafen mit seiner historischen Altstadt verbindet viele Hoffnungen mit dem Becken. Es soll den Tourismus der einst beliebten Kurstadt neu beleben. Kritiker wie der Steuerzahlerbund stellen den Sinn des Hafens infrage.

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