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Bahn, RMV und Land wollen Schienenverkehr verbessern

11.04.2019 - Mehr Farbe an den Bahnhöfen - aber auch Rampen für Rollstuhlfahrer. Pünktlichere Züge und bessere Informationen, wenn es mal nicht klappt mit der Verbindung. Die Bahn und der RMV haben sich viel vorgenommen, um ihre Qualität zu steigern.

  • Tarek Al-Wazir, Verkehrsminister in Hessen (Grüne), steht vor einer S-Bahn. Foto: Fabian Sommer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Tarek Al-Wazir, Verkehrsminister in Hessen (Grüne), steht vor einer S-Bahn. Foto: Fabian Sommer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Bessere Informationen, mehr Sauberkeit, mehr Personal: Die Bahn, der Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) und das Land Hessen wollen die Qualität des Nahverkehrs auf der Schiene verbessern. Ein am Donnerstag in Frankfurt vorgestelltes Intensivprogramm ist auch eine Folge von Kundenunzufriedenheit über Vorfälle im vergangenen Jahr. «Unser Ziel ist, dass im Jahr 2030 30 Prozent mehr Menschen mit dem RMV fahren», sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat am Donnerstag in Frankfurt. Das gehe aber nur, wenn auch die Qualität stimme.

Ohne einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr sei auch keine Verkehrswende möglich, betonte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). «Wir müssen an diesem Punkt besser werden.» So stelle das Land allein 2019 gut 35 Millionen Euro für die Modernisierung von Bahnhöfen zur Verfügung. Insgesamt fließen nach Bahn-Angaben in diesem Jahr 116 Millionen Euro in die Modernisierung hessischer Bahnhöfe.

Ein Teil der Probleme, mit denen der Schienennahverkehr in der Vergangenheit zu kämpfen hatte, liegt auch an der Konkurrenz mit dem Fernverkehr in der Region. «Zwei Drittel des Eisenbahn-Fernverkehrs läuft über den Knoten Frankfurt», sagte Ringat. Damit sei Frankfurt eines der am stärksten belasteten Schienendrehkreuze in Deutschland - und der Nah- und Regionalverkehr müssten bei Problemen dem Fernverkehr Vorrang einräumen.

Das hat Al-Wazir erst kürzlich selbst erfahren, als er nach der Rückkehr vom Luftverkehrsgipfel vom ICE in einen Regionalexpress umgestiegen war und für einen verspäteten ICE zum längeren Zwischenhalt gezwungen war: «Da landete ich zwar nicht auf dem Abstellgleis, aber auf dem Überholgleis.»

Erste Maßnahmen, die bereits im vergangenen Jahr eingeleitet wurden, zeigen Ringat zufolge bereits Wirkung: In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sei die Pünktlichkeit der S-Bahn um 1,5 Prozent verbessert worden. Während derzeit die Pünktlichkeitsrate zwischen 93 und 94 Prozent betrage, habe sie vor einem halben Jahr noch unterhalb von 92 Prozent gelegen.

Nicht nur als zuständiger Minister, sondern auch als Bahnfahrer konstatierte Al-Wazir: «Die Leute wollen, dass die Züge pünktlich ankommen - und wenn das nicht der Fall ist, wollen sie dafür frühzeitig eine Erklärung.» Auch die beste Infrastruktur helfe nicht, wenn Personal fehle, um die Züge zu fahren oder zu warten.

An all diesen Punkten will das Intensivprogramm ansetzen, einiges wurde bereits getan. So wurde bereits im vergangenen Jahr damit begonnen, dynamische Anzeigen mit mehr Informationen über Verspätungen und Fahrplandetails auch auf kleineren Bahnhöfen einzuführen, sagte Bernd Koch, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG. Auch ein Audiosystem, dass Informationen auf den betroffenen Bahnsteig bringe und nicht am Nebengleis zu Klangsalat führe, soll an mehr Bahnhöfen zum Zuge kommen und für verständlichere Durchsagen sorgen.

Im kommenden Jahr soll in Hessen eine neue Reisendeninformation eingeführt werden, die «Informationen in Echtzeit auf allen Kanälen» liefert - egal, ob am Gleis, in der Bahnhofshalle oder in der App auf dem eigenen Smartphone. Derzeit wird in Sachsen an dem Pilotprojekt gearbeitet.

Lokführermangel soll künftig seltener zu Fahrtausfällen führen: «Seit 2016 haben wir in Hessen 300 neue Lokführer für den Regional- und S-Bahnverkehr ausgebildet», sagte Jörg Sandvoß, Vorstandschef von DB Regio. In diesem Jahr kämen noch einmal 170 Neueinstellungen dazu. Das sei auch nötig: «Wir merken schmerzhaft, dass wir in einem Aufholprozess sind», räumte Sandvoß angesichts der Entwicklung zu dichteren Zugtaktungen und Streckenentwicklungen ein. «Wir fahren im Moment fast alles, was möglich ist.»

Auch verbesserte Steuerungen des Verkehrs auf besonders belasteten Strecken gehören zum Qualitätsprogramm. «Verspätete Züge dürfen keine pünktlichen Züge beeinträchtigen», sagte Frank Sennheim, Vorstand der DB Netz AG. Die Bahn baue daher ihr Präventionsprogramm weiter aus und investiere kurzfristig sechs Millionen Euro in Stellwerke, Weichen, Bahnübergänge und Brücken, «damit wir Störungen beheben können, bevor sie überhaupt entstehen.»

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