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Bahnunfall-Bild weitergeleitet: Arbeitsstunden verhangen

11.08.2020 - Für das Weiterleiten eines Fotos von einem tödlichen S-Bahn-Unfall muss ein 23-Jähriger nun 20 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Erfüllt er diese Auflage, wird ihm die parallel ausgesprochene Geldstrafe von 500 Euro (50 Tagessätze) erlassen, entschied das Amtsgericht Frankfurt am Dienstag.

  • Ein Schild mit der Aufschrift «Landgericht» und «Amtsgericht» ist an der Fassade des Gerichtsgebäudes zu sehen. Foto: Arne Dedert/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schild mit der Aufschrift «Landgericht» und «Amtsgericht» ist an der Fassade des Gerichtsgebäudes zu sehen. Foto: Arne Dedert/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im November 2018 war in der Frankfurter S-Bahn-Station Ostendstraße der 17 Jahre alte Hanauer Schüler Alptug Sözen auf den Gleisen von einer Bahn erfasst und getötet worden. Er hatte versucht, einem auf die Gleise gefallenen betrunkenen Obdachlosen zu helfen und bemerkte den herannahenden Zug zu spät. Von dem Unfall kursierten bereits kurz danach zahlreiche Fotos auf diversen Internet-Plattformen. Darauf war unter anderem das zwischen Bahnsteigkante und Fahrzeug eingeklemmte Todesopfer zu sehen. Auch der angeklagte 23 Jahre alte Student bekam ein solches Bild zugeschickt, das er dann an eine Gruppe weiterleitete. Als die Polizei davon mitbekam, erhielt der Mann eine Anzeige.

Vor Gericht bedauerte der Angeklagte das Weiterleiten des Bildes. Er habe sich dieses nicht genau angeschaut, seine Internet-Partner nur über den grausigen Unfall informieren wollen. Strafmildernd wurde ihm zu Gute gehalten, dass er das Foto nicht selbst gemacht, sondern nur weitergeleitet hatte. Gleichwohl habe er zu einer «unkontrollierbaren Vervielfältigung» eines Bildes beigetragen, dessen Weiterleitung schon aus Gründen des Persönlichkeitsrechtes verboten sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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