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Continental will Standort Babenhausen eindampfen

25.09.2019 - Der Continental-Standort Babenhausen bekommt den Konzernumbau besonders hart zu spüren. Mindestens 1800 Jobs sollen dort gestrichen werden - das entspricht der Hälfte der Belegschaft in dem südhessischen Werk. Die IG Metall kündigt Widerstand an.

  • Ein Baukran steht auf einer Baustelle, vor der das Logo von Continental zu sehen ist. Foto: Hauke-Christian Dittrich © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Baukran steht auf einer Baustelle, vor der das Logo von Continental zu sehen ist. Foto: Hauke-Christian Dittrich © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Babenhausen/Hannover (dpa/lhe) - Der weitreichende Stellenabbau bei Continental trift den Standort Babenhausen besonders stark. Der Autozulieferer und Reifenhersteller plant, sich in dem südhessischen Werk im Geschäft etwa mit Anzeige- und Bedienelementen bis 2025 aus der Serienproduktion zurückzuziehen. Zudem werde geprüft, die Hälfte der Entwicklungsarbeit an andere Conti-Standorte zu verlagern, teilte Continental am Mittwoch in Hannover mit.

Betroffen seien in Babenhausen nach erster Planung mehr als 2200 Arbeitsplätze: 1800 würden in der Produktion «so sozialverträglich wie möglich» abgebaut - das wäre die Hälfte der 3600 Mitarbeiter, die Ende 2018 an dem Standort arbeiteten. Für 450 Mitarbeiter in der Entwicklung gehe man davon aus, «interne Lösungen und Transfermöglichkeiten zu finden», hieß es.

Grund für den geplanten Job-Abbau seien die rapide Digitalisierung und die Absatzschwäche der Autobranche. Da Fahrzeughersteller viel Geld in die E-Mobilität, automatisiertes Fahren und vernetzte Autos investieren müssten, übten sie einen viel höheren Preisdruck auf Zulieferer wie Continental aus. Daher könne der Konzern das 1961 gegründete Werk Babenhausen nicht in vollem Umfang erhalten und müsse Kosten senken. In der digitalen Produktwelt müsse der Standort mit Wettbewerbern konkurrieren, die in Niedriglohnländern produzieren ließen.

Babenhausen bleibe aber auch nach Abschluss des Umbaus Ende 2025 als Leitungs- und Entwicklungsstandort erhalten. Zudem würden dort weiter Entwicklungsdienste und Kleinserienproduktion angesiedelt.

Continental hatte am Mittwoch einen großangelegten Konzernumbau verkündet. Bis Ende 2023 seien weltweit 15 000 Stellen von Veränderungen betroffen, davon 5000 in Deutschland, hieß es. Bis 2029 dürften sogar 20 000 Stellen betroffen sein. Damit und über mögliche Teilverkäufe will Conti die jährlichen Bruttokosten von 2023 an um rund 500 Millionen Euro senken. Der Umbau dürfte rund 1,1 Milliarden Euro kosten und soll Conti für den Wandel der Autobranche rüsten.

Über Gespräche mit Arbeitnehmervertretern möchte Conti später in diesem Jahr berichten. Für den Abbau von Arbeitsplätzen will der Konzern vor allem die natürliche Fluktuation und altersbedingtes Ausscheiden nutzen. Auch betriebsbedingte Kündigungen wollte Chef Elmar Degenhart nicht ausschließen, sie seien aber das «allerletzte Mittel».

Widerstand kommt von Gewerkschaften. «Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Continental haben einer Schließung von Standorten in Deutschland nicht zugestimmt, sondern lediglich einer ergebnisoffenen Prüfung», sagte die stellvertretende Aufsichtsratschefin Christiane Benner von der IG Metall. «Den vom Vorstand geplanten gravierenden Stellenabbau werden sie nicht akzeptieren.» Allein die Beschäftigten sollten hier für Managementfehler zahlen.

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