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Corona: «Hilferufe», Osterverkehr und Hoffen auf Lockerungen

07.04.2020 - Die Zahl der Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 steigt in Hessen noch immer. Ein Ende der Beschränkungen zur Eindämmung des Virus sind nicht in Sicht. Unternehmer hoffen aber auf schrittweise Lockerungen nach den Osterferien.

  • Coronavirus-Testauswertung im Labor. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Coronavirus-Testauswertung im Labor. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hessen bewegt sich bei weiter steigenden Corona-Infektionszahlen auf das Osterfest zu. Das Sozialministerium in Wiesbaden meldete am Dienstag 4845 bestätigte Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, 177 mehr als am Vortag (Stand: 14.00 Uhr). Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um 15 auf 79. Die Folgen der Krise wirken sich weiterhin auf sämtliche Lebensbereiche aus. Ein Überblick der Entwicklungen:

WENIGER OSTERVERKEHR

Der ADAC Hessen-Thüringen erwartet an Ostern deutlich weniger Verkehr als in den vergangenen Jahren. Lediglich am Gründonnerstag und dem Ostermontag könne es auf Hessens Straßen voll werden, teilte der Autofahrerclub mit. An beiden Tagen seien mit hoher Wahrscheinlichkeit Pendler unterwegs, die über das Wochenende nach Hause fahren. Vor allem auf den Autobahnen 3 und 5 rund um Frankfurt kann es den Angaben zufolge eng werden. «Auch wenn es schwer fällt, sollte am Osterwochenende auf nicht notwendige Fahrten verzichtet werden», riet ein ADAC-Sprecher.

UNTERNEHMER

Die hessische Wirtschaft dringt auf eine Lockerung der geltenden Corona-Einschränkungen nach den Osterferien. Man hoffe auf eine schrittweise Öffnung von Geschäften und Restaurants sowie von Kindertagesstätten und Schulen ab 20. April, teilte die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) mit. Voraussetzung sei, dass der Infektionsschutz dies erlaube. Die Wirtschaft solle schnellstmöglich schrittweise zur Realität zurückkommen, um Schäden zu begrenzen. Der Verband fordere aber keine vorzeitigen Lockerungen in den Osterferien, betonte Präsident Wolf Matthias Mang.

Eine Woche, nachdem der Antrag auf Corona-Soforthilfe online gestellt wurde, sind nach Angaben von Ministerien knapp 250 Millionen Euro an kleine Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige in Hessen ausgezahlt worden. Auch Vereine könnten Soforthilfe beantragen.

QUARANTÄNE FÜR RÜCKKEHRER

Nach dem Beschluss des Corona-Krisenkabinetts in Berlin über eine Quarantäne für Rückkehrer aus dem Ausland ist die genaue Umsetzung in Hessen noch offen. «Derzeit laufen dazu Abstimmungen auf Bund/Länder-Ebene», teilte das Sozialministerium mit. Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in die Bundesrepublik zurückkehren. Wie aus dem Beschluss hervorgeht, gilt die neue Regelung erst ab 10. April und nur für Menschen, die sich für mehrere Tage im Ausland aufgehalten haben - und damit nicht für Berufspendler. Außerdem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie etwa Lastwagenfahrer.

ARZNEIMITTEL GEFRAGT

Viele Verbraucher in Deutschland haben sich aus Sorge vor dem Coronavirus mit Arzneien eingedeckt. Im März zog die Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten stark an und bescherte Pharmaunternehmen eine Sonderkonjunktur. Das berichteten mehrere Arzneihersteller der Deutschen Presse-Agentur. Auch der hessische Produzent Stada spürt die starke Nachfrage: Bei Erkältungsmitteln war sie im März um 50 Prozent höher, bei Immunpräparaten gar dreimal so hoch wie in üblichen Monaten.

«HILFERUFE» VON ZAHNÄRZTEN

Die Zahnarztpraxen in Hessen fühlen sich bei der Versorgung mit Schutzausrüstung und bei der finanziellen Absicherung benachteiligt. Täglich erreichen den Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen, Michael Frank, «Hilferufe» von Kollegen auf der Suche nach Schutzmasken, Handschuhen oder Desinfektionsmittel. «Wir werden jeden Tag weiter vertröstet. Es ist frustrierend», sagte Frank. Wenn sich die Lage nicht entspanne, «könnte das dazu führen, dass Praxen Behandlungen ablehnen müssen, weil ihnen das Material ausgeht», sagte Frank. Bisher sei das noch nicht der Fall: «Die Versorgung ist sichergestellt.»

WENIGER FLUGREISENDE

Am Frankfurter Flughafen sind wegen der Corona-Krise die Passagierzahlen noch weiter eingebrochen. In der Woche vom 30. März bis 5. April wurden an Deutschlands größtem Airport 66 151 Fluggäste abgefertigt und damit 95,2 Prozent weniger als in der entsprechenden Kalenderwoche des Vorjahres, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. In der Woche zuvor waren es noch 119 000 Fluggäste gewesen.

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