Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Corona-Krise lässt Arbeitslosenzahlen weiter steigen

01.09.2020 - Auf dem Arbeitsmarkt in Hessen ist vorerst keine Entspannung in Sicht. Im fünften Monat in Folge steigt die Zahl der Menschen ohne Job. Vor allem zwei Gruppierungen trifft es.

  • Ein Gebäude der Bundesagentur für Arbeit. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Gebäude der Bundesagentur für Arbeit. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Corona-Krise hat den hessischen Arbeitsmarkt weiterhin fest im Griff. Seit März stieg die Zahl der Arbeitslosen deutlich - im August im fünften Monat in Folge, wie die jüngsten Zahlen der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag zeigen.

Und die Aussichten sind nach Einschätzung von Agenturchef Frank Martin trüb: «Wer jetzt arbeitslos wird oder bereits ist, hat es deutlich schwerer wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.» Der Bestand an offenen Stellen sei mit gut 38 000 zum Vorjahr um fast ein Drittel gesunken. «Die Betriebe agieren erkennbar zurückhaltend, wenn es um Neueinstellungen geht», bilanzierte Martin.

Zum Stichtag im August zählten die Arbeitsämter 208 467 Frauen und Männer im Land ohne Job. Das waren nach Angaben der Regionaldirektion 4226 mehr als im Juli dieses Jahres und 56 058 mehr als im August 2019. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent. Zuletzt lag die Quote den Angaben zufolge vor zehn Jahren in einem August auf diesem Niveau. Im August 2019 hatte es noch einen deutlich niedrigeren Wert von 4,5 Prozent gegeben.

«Ohne die Corona-Krise könnte man jetzt bei einer Quote von 4,4 Prozent liegen», rechnete Martin vor. Jeder vierte Arbeitslose in Hessen ist nach Angaben der Regionaldirektion auf die Auswirkungen der Virus-Pandemie zurückzuführen. Den prozentual höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahresmonat gab es im August bei unter 25-Jährigen (plus 44 Prozent) sowie bei Menschen ohne deutschen Pass (plus 40,7 Prozent).

Um Entlassungen zu vermeiden, nutzten viele Betriebe in den vergangenen Monaten das Instrument der Kurzarbeit, bei dem die Arbeitsagentur einen Teil der Lohnkosten übernimmt und Sozialversicherungsbeiträge erstattet werden.

In Hessen sind nach dem Hoch im April die Anzeigen für Kurzarbeit zum dritten Mal in Folge gesunken, wie die Arbeitsagentur mitteilte. Im August seien etwa 600 Anzeigen für 13 600 Beschäftigte eingegangen. Für den Zeitraum März bis August summierte sich die Zahl auf etwa 66 700 Anzeigen für knapp 912 000 Beschäftigte. «Die ersten Hochrechnungen für Mai zeigen, dass für etwa 517 000 Personen in 40 000 hessischen Betrieben Kurzarbeitergeld von Seiten der Agenturen für Arbeit gewährt und ausgezahlt wurde», erklärte Martin.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) forderte mehr Anstrengungen, Bezieher von Arbeitslosengeld II («Hartz IV») wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. «Sogenannte Aufstocker, die einen Hinzuverdienst aus Minijob, Teilzeit- oder Vollzeittätigkeit erarbeiten, haben mehr als doppelt so hohe Chancen auf den Ausstieg aus Arbeitslosengeld II», argumentierte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. «Die Jobcenter in Hessen müssen auch weiterhin alles daran setzen, dass Leistungsbezieher in Arbeit kommen und wenn es zunächst auch nur ein Minijob sein sollte.»

Um Stellen langfristig zu sichern, sollte nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit - verbunden mit einem Lohnausgleich für die Beschäftigten - kein Tabu sein. «Eine 4-Tage-Woche nimmt jenen, die unter Arbeitsverdichtung und Stress leiden, den Druck und gibt anderen, die um ihr Einkommen fürchten, eine Perspektive», ließ der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, mitteilen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren