Dritter Prozess um getötetes Ehepaar auf Reiterhof

29.01.2021 Der gewaltsame Tod eines Ehepaares auf einem Reiterhof in Maintal-Dörnigheim (Main-Kinzig-Kreis) wird vom 22. April an zum dritten Mal im Mittelpunkt eines Prozesses um Mord und Totschlag stehen. Wie am Freitag bekannt wurde, ist nach zwei vorangegangenen Freisprüchen des Landgerichts Hanau im August 2015 und März 2018 nun das Landgericht Frankfurt zuständig für die rechtliche Klärung des spektakulären Falles.

Justitia-Abbildung sind an einer Scheibe zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die beiden jeweils 57 Jahre alten Eheleute waren im Juni 2014 von den beiden Angeklagten, einem heute 66 Jahre alten Vater und dessen Sohn (36), getötet worden. Hintergrund waren Streitigkeiten um Mietzahlungen der auf dem Gelände des Reiterhofs wohnenden Angeklagten. In deren Verlauf wurde zunächst der Ehemann von dem Sohn erstochen. Kurze Zeit später erschoss der Vater die Ehefrau.

In beiden Prozessen blieb die Täterschaft der Angeklagten unbestritten. Die Richter gingen allerdings davon aus, dass eine Notwehrsituation nicht ausgeschlossen werden könne und sprachen die beiden Männer frei. So seien die Angeklagten möglicherweise mit einem Messer und einem Beil von den später Getöteten bedroht worden. Deren Leichen wurden schließlich in einer Jauchegrube gefunden.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob beide Freisprüche vollständig auf und verwies die Sache zur neuen Verhandlung nach Frankfurt. Die Staatsanwaltschaft, deren Vertreter in dem Prozess lebenslange Haft für den Vater sowie siebeneinhalb Jahre Haft für den Sohn gefordert hatte, sowie die Rechtsanwälte der Nebenkläger hatten Revision eingelegt. Es wird mit einem umfangreichen dritten Prozess gerechnet - alle Zeugen müssen erneut vernommen werden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News