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Eigentümerverband: Über 200 000 neue Wohnungen möglich

19.09.2019 - Der Ansturm auf die Städte ist ungebrochen, doch woher die Flächen für Neubau nehmen? Haus und Grund sieht eine Lösung im Bauen nach oben - und die Politik in der Pflicht: Hausbesitzer bräuchten Anreize, um Dachböden auszubauen oder Wohnungen aufzustocken.

  • Ein Bauarbeiter ist auf einer Baustelle im Europaviertel an einem Rohbau beschäftigt. Foto: Arne Dedert/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bauarbeiter ist auf einer Baustelle im Europaviertel an einem Rohbau beschäftigt. Foto: Arne Dedert/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der Eigentümerverband Haus und Grund fordert mehr Anreize der Landesregierung, um den Bau von Wohnungen auf Dächern zu erleichtern. Viele Wohnungsbesitzer seien offen für Aufstockungen oder den Ausbau von Speichern, würden aber von strengen Vorschriften, langwierigen Genehmigungen und Debatten um Mietendeckel abgeschreckt, sagte der Landesverbandsvorsitzende Christian Streim am Donnerstag. «Wir müssen es kleinen Eigentümern und Vermietern so einfach wie möglichst machen.» Das Potenzial bei ihnen für den Wohnungsmarkt werde noch nicht genug berücksichtigt.

Der Verband, der die Interessen privater Eigentümer vertritt, sieht auf Dächern viel Platz für neue Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet. Durch Aufstockungen ließen sich vorsichtig gerechnet 94 000 bis 112 000 neue Wohnungen allein auf Häusern bauen, erklärte Professor Karsten Tichelmann von der TU Darmstadt. Ziehe man Nichtwohngebäude wie Parkhäuser oder Büros hinzu, gebe es gar ein Potenzial für mehr als 216 000 neue Wohnungen, sagte der Experte, der die Berechnung für Haus und Grund erstellt hat. Konkret verwies er etwa auf Viertel wie Darmstadt-Eberstadt und Frankfurt-Preungesheim.

Aufstockungen könnten gegen Flächenknappheit in Städten helfen, sagte Streim in Frankfurt. «Die Wohnungen entstehen, wo man sie braucht, die Infrastruktur ist vorhanden und es werden keine zusätzlichen Flächen verbraucht.» Nebenbei sinke der Energiebedarf unterer Etagen.

Doch für private Eigentümer, die laut Haus und Grund gut 85 Prozent der Wohnungen in Hessen besitzen, gebe es in der Praxis hohe Hürden - unter anderem wegen des Denkmalschutzes. Generell könnten Genehmigungen für Aufstockungen ein Jahr dauern. «Oft sagen die Bauämter nur, was nicht geht», sagte der stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Wolfram Kieselbach. Hessen solle sich ein Vorbild an Bayern nehmen und das Personal in Baubehörden aufstocken.

Um Abhilfe zu schaffen, schlägt Haus und Grund sechs Maßnahmen für mehr Aufstockungen und Dachgeschossbau vor. Dazu zählen eine zentrale Anlaufstelle bei Behörden sowie ein Fördertopf, der Eigentümern in stark gefragten Kommunen Zuschüsse für Ausbauten gewähren könne - ähnlich dem Baukindergeld. Die Vorgaben für Stellplätze bei Wohnungen müssten gelockert werden. Und für den Ausbau von Dachgeschossen solle gar keine Genehmigung nötig sein, wenn es nach Haus und Grund geht.

Die Idee für mehr Bau in der Höhe ist nicht neu. Kürzlich hatte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vorgerechnet, dass auf Supermärkten bis zu 5000 neue Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet entstehen könnten. Viele der Gebäude liegen zentral, haben aber nur ein Geschoss. Haus und Grund hat seine Forderungen auch Al-Wazir vorgestellt. «Der Ball liegt nun bei der Politik.»

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