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Eintracht erkennt Gramlich posthum Ehren-Präsidentschaft ab

26.01.2020 - Ausgrenzung soll bei Eintracht Frankfurt keinen Platz finden: Das betont Präsident Fischer bei der Mitgliederversammlung wiederholt. Die Mitgliederzahlen steigen rasant, für 2021 gibt es ein Ziel.

  • Präsident Peter Fischer spricht bei der Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Präsident Peter Fischer spricht bei der Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Eintracht Frankfurt hat sich einmal mehr klar gegen rechts abgegrenzt und seinem früheren Präsident Rudolf Gramlich wegen dessen Nazi-Vergangenheit posthum den Titel als Ehrenpräsident aberkannt. «Ein Ehrenpräsident muss, egal, was er sportlich Positives erreicht hat, auch moralisch und ethisch ein Vorbild sein», begründete Präsident Peter Fischer den gemeinsamen Entschluss von Ehrenrat und Präsidium. Der 63-Jährige erntete lautstarken Applaus von den knapp 600 stimmberechtigten Mitgliedern am Sonntag in der Halle. 

Gramlich war von 1955 bis 1970 Eintracht-Präsident, in seine Amtszeit fiel die einzige deutsche Meisterschaft des Vereins im Jahr 1959. Die Hessen haben den Fall und Gramlichs Vergangenheit in den vergangenen Jahren mit einem unabhängigen Institut aufgearbeitet und untersucht. Es habe sich gezeigt: Gramlich habe als Privat- und Geschäftsmann  von der Herrschaft der Nationalsozialisten profitiert. Auch der  Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Präsident Fritz Keller wollen sich Gramlichs Wirken in dieser Zeit nun genauer ansehen.

Vor allem der jetzige Präsident Fischer positioniert sich immer wieder deutlich gegen rechts. So auch bei der Mitgliederversammlung 2018, als er gesagt hatte: «Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei (AfD) wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.» Auf dem Vereinsgelände am Riederwald warb die Eintracht an diesem Sonntag mit dem Slogan «Platz für Vielfalt» sowie Fahnen von 14 verschiedenen Ländern, von denen derzeit Profis bei der Eintracht aktiv sind.

Pro Toleranz sprach sich Fischer auch im Umgang mit Welt- und  Europameister Andreas Möller aus. Der frühere Profi und jetzige Nachwuchsleistungszentrum-Leiter wurde auf Plakaten rund um den Riederwald erneut als «Persona non grata» («unerwünschte Person»)  begrüßt, Raunen und Gelächter mischten sich in den oft zaghaften Applaus, als Fischer Möller vehement verteidigte: «Ein Andreas Möller ist in dieser Zeit, in der er hier war, ein sympathischer Arbeitskollege. Du wirst keinen Mitarbeiter finden, der irgendein Haar in der Suppe finden würde. Hochakzeptiert, hochengagiert und dynamisch.»

17-, 18- und 19-Jährige erzählten heute Dinge über Möller, «die damals noch gar nicht auf der Welt waren», sagte Fischer. Der Funktionär rief dazu auf, Möller nach seiner Leistung und seinem Auftreten zu bewerten und nicht nach der Vergangenheit. Möller hatte vor ein paar Jahren gesagt: «Zur Eintracht habe ich keine Verbindung, mit Frankfurt habe ich nichts zu tun.»

«Das passt überhaupt nicht in diesen Verein, mit dieser Willkommenkultur», sagte Fischer über die Ablehnung des Ex-Profis. Lautstark rief er auf: «Wir grenzen niemanden aus!»

2019 war für den Eintracht-Präsidenten ein «Licht- und Leuchtjahr», wie er mit Blick auf die sportlichen Leistungen betonte. Die Fußballer hatten in der Europa League überraschend das Halbfinale erreicht und waren erst im Elfmeterschießen am FC Chelsea gescheitert. Auf der «unglaublichen Reise durch Europa» habe man andere große Clubs «aufgefressen», wie Fischer martialisch sagte. 

Der eingetragene Verein mit über 50 Sportarten bilanzierte einen Gewinn von circa 337 500 Euro und zählt inzwischen genau 88 100 Mitglieder. Ziel bis in einem Jahr sei die magische Marke von 100 000 Mitgliedern, betonte der Präsident.

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