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Ermittlungen zu Drohschreiben: Spur nach Berlin und Hamburg

07.09.2020 - Im Ermittlungskomplex zu den rechtsextremen Drohschreiben mit dem Absender «NSU 2.0» gibt es nach Recherchen von «Süddeutscher Zeitung» und WDR auch Verdachtsfälle in Berlin und Hamburg. In beiden Städten seien insgesamt vier Polizisten wegen Datenabfragen an Polizeicomputern vernommen worden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die bei den Ermittlungen die Federführung hat, wollte sich am Montag auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

  • Der Eingang des 1. Polizeireviers auf der Frankfurter Zeil. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Eingang des 1. Polizeireviers auf der Frankfurter Zeil. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zwei Polizisten in Berlin-Neukölln und Berlin-Spandau sollen Daten einer Kabarettistin abgefragt haben, die später ebenfalls «NSU 2.0»-Drohschreiben erhielt. Das soll am 5. März 2019 geschehen sein, am selben Tag gab es demnach eine ähnliche Abfrage auch in einer Polizeiwache in Wiesbaden. Allerdings sollen in Berlin nur wenige Daten abgerufen worden sein, etwa keine Details über Familienmitglieder, die später in Drohschreiben enthalten gewesen seien.

In den beiden Hamburger Fällen sollen ein Polizist und eine Polizistin Daten einer «taz»-Autorin abgefragt haben, die einen umstrittenen Satiretext geschrieben hatte und später Drohschreiben erhielt. Die Frau soll sich mit Neugier rechtfertig haben, der Mann mit Ärger auf die Autorin. «Aus Sicht der Sonderermittler gibt es offenbar bislang keine Belege dafür, dass sie die Daten genutzt oder weitergegeben haben», berichteten «Süddeutsche Zeitung» und WDR.

Die Drohschreiben waren unter anderem auch an Politikerinnen und eine Frankfurter Anwältin verschickt worden. In mehreren Fällen gingen den Schreiben mutmaßlich illegale Abfragen persönlicher Daten an hessischen Polizeicomputern voraus.

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