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Fernbusbahnhof: Stadt bei Schadstoffreduzierung an Grenzen

16.07.2019 - Was kann die Stadt Frankfurt tun, wenn Fernbusse für «dicke Luft» in der Innenstadt sorgen? Ziemlich wenig, fürchtet der Frankfurter Verkehrsdezernent mit Blick auf drohende Fahrverbote. Hier könne die Kommune nicht regelnd eingreifen.

  • Der neu eröffnete Fernbus-Bahnhof am Hauptbahnhof. Foto: Lukas Görlach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der neu eröffnete Fernbus-Bahnhof am Hauptbahnhof. Foto: Lukas Görlach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - In der Diskussion über drohende Fahrverbote und Schadstoffbelastungen sieht die Stadt Frankfurt nicht überall Möglichkeiten zum Eingreifen. Dies gilt insbesondere für den Bereich des Frankfurter Fernbusbahnhofs. Ein sogenannter Passivsammler in einer angrenzenden Straße registriert dort schon seit Jahren zu hohe Stickoxid-Werte. Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hatte am vergangenen Freitag betont, er rechne hier mit vorübergehenden, streckenbezogenen Fahrverboten. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» darüber berichtet.

An der Pforzheimer Straße, an der der Passivsammler steht, werde die Schadstoffbelastung «zu nahezu 100 Prozent durch die Emissionen der nationalen und internationalen Fernbusse bestimmt.» Durch die Einweihung des neuen Fernbusbahnhofes im April habe sich das noch verstärkt. Ehe der Bahnhof in Betrieb genommen wurde, hatten die Busse in den umliegenden Straßen ihre Fahrgäste aufgenommen.

Der Kommune stünden keine rechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung, hier regelnd einzugreifen. Ein streckenbezogenes Dieselfahrverbot für Fahrzeuge, die eine schlechtere Schadstoffklasse als Euro 6 hätten, sei hier nicht nur unvermeidbar, sondern auch dringend geboten, so Oesterling am Freitag.

Noch sei es allerdings zu früh, um seriöse Aussagen über eine Erhöhung der Schadstoffwerte seit der Eröffnung des Fernbusbahnhofs zu machen, betonte Stefan Jacobi, Leiter des Dezernats für Luftreinhaltung beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLUG), am Dienstag. Denn die Passivsammler werden jeweils nach einem Monat in Laboruntersuchungen ausgewertet, deren Ergebnisse erst nach mehreren Wochen vorliegen.

Derzeit lägen die Messwerte der ersten vier Monate des Jahres vor. Sie liegen zwar über dem Jahresmittelwert von 2018, könnten aber nicht mit diesem verglichen werden: «Man muss berücksichtigen, dass in den kalten Monaten immer höhere Messwerte vorliegen als in den warmen», sagte Jacobi. Verlässliche Aussagen könnten erst gemacht werden, wenn die Messergebnisse des ganzen Jahres vorliegen. Allerdings hatten auch die Jahresmittelwerte im Jahr 2018 über dem in der EU erlaubten Wert von 40 Mikrogramm Stickoxid gelegen.

Für die Forderungen des hessischen Umweltministeriums an die Stadt Frankfurt, größeren Einsatz im Kampf gegen drohende Diesel-Fahrverbote zu zeigen, spielte der Fernbahnhof allerdings noch keine Rolle, so eine Sprecherin am Dienstag. «Fernbusse waren bisher nicht Thema der Diskussion.»

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