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Finanzminister Boddenberg: «Bin gut im neuen Amt angekommen»

30.04.2020 - Plötzlich Finanzminister: Nach dem überraschenden Tod seines Parteikollegen Thomas Schäfer ist Michael Boddenberg binnen weniger Tage ins Amt gekommen. Er fühlt sich bei seinen neuen Mitarbeitern willkommen - und will auch der Trauer weiter ihren Raum lassen.

  • Michael Boddenberg (CDU) geht durch den hessischen Landtag. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Boddenberg (CDU) geht durch den hessischen Landtag. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hessens Finanzminister Michael Boddenberg ist nach eigenen Worten gut im Amt angekommen - trotz der dramatischen Umstände, unter denen er seine neue Aufgabe begonnen hatte. «Es war einerseits ein Sprung ins kalte Wasser, auf der anderen Seite aber auch so, dass mir die Themen geläufig sind», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. «Die Einarbeitungszeit war natürlich sehr kurz, weil ich völlig unvorbereitet in diese Situation gekommen bin - was das Amt anbelangt.»

Die meisten Themen, die gerade eine Rolle spielen und generell zu den Aufgaben eines Finanzministers gehörten, seien ihm aus seiner sechsjährigen Arbeit als CDU-Fraktionsvorsitzender im hessischen Landtag sehr bekannt. Auch seine Zeit im Bundesrat helfe ihm bis heute. Als Koordinator der Länder mit unionsgeführten Regierungen habe er mit Themen wie etwa Steuerrecht oder Haushaltsfragen regelmäßig zu tun gehabt. Boddenberg war von 2009 bis 2014 hessischer Minister für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes beim Bund gewesen, bevor er Vorsitzender der CDU-Fraktion im hessischen Landtag wurde.

Trotz der schwierigen Umstände sei sein Einstand im Finanzministerium nur wenige Tage nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers Thomas Schäfer (CDU) außerordentlich angenehm gewesen, sagte Boddenberg. Die meisten Ministeriumsmitarbeiter aus der Führungsebene kenne er schon lange. «Insofern bin ich auf das ein oder andere bekannte Gesicht und auch auf die ein oder andere Zusammenarbeit aus der Vergangenheit gestoßen.»

Er habe mit Blick auf die Empfindungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ministerium zunächst ein bisschen die Sorge gehabt, ob die Neubesetzung nicht womöglich zu schnell gegangen sei. «Im Haus wurde es aber so gesehen, dass es wichtig ist, dieses Amt sehr schnell wieder zu besetzen», sagte Boddenberg. «Ich glaube auch, dass ich in der Lage bin, das, was nach wie vor an Trauer stattfindet, ein wenig aufzufangen. Wir sind emotional nah beieinander zur Zeit», sagte der Minister über das Verhältnis zu seinen neuen Mitarbeitern.

Schäfer war am 28. März überraschend gestorben. Die Polizei geht davon aus, dass sich der 54-Jährige das Leben genommen hat. Sein Nachfolger Boddenberg war am 3. April im Landtag vereidigt worden.

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