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Forscherfrage zu jahrhundertealtem Skelett bleibt offen

17.02.2020 - Marburg (dpa/lhe) - Der «Lange Anton», ein mehr als 400 Jahre altes Skelett eines 2,44 Meter großen Mannes, gibt der Wissenschaft weiterhin Rätsel auf. Mit einer Gen-Analyse wollten Forscher aus Mittelhessen die genaue Ursache für dessen Riesenwuchs herausfinden - doch: «Man muss wohl davon ausgehen, dass das Experiment nicht gelungen ist», sagte der emeritierte Anatomie-Professor Gerhard Aumüller, der vor seinem Ruhestand Leiter des medizinhistorischen Museums «Anatomicum» der Uni Marburg war, der Deutschen Presse-Agentur. Der «Lange Anton» ist eines der etwa 3000 Exponate.

  • Der «Lange Anton», ein rund 400 Jahre altes Skelett eines 2,40 Meter großen Mannes, wird im Germanischen Nationalmuseum für die Ausstellung vorbereitet. Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa -...

    Der «Lange Anton», ein rund 400 Jahre altes Skelett eines 2,40 Meter großen Mannes, wird im Germanischen Nationalmuseum für die Ausstellung vorbereitet. Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Belgien wurde demnach schon vor einiger Zeit die Analyse durchgeführt. Dafür wurde eine Probe aus dem Felsenbein von Antons Schädel entnommen. «Aber offenbar war die DNA so weitgehend fragmentiert, dass es den Kollegen nicht gelungen ist, angemessen große DNA-Abschnitte und Mengen zu synthetisieren.» Das Gen-Material habe also nicht genutzt werden können, um schlüssige Ergebnisse zu bekommen.

Der «Lange Anton» hieß zu Lebzeiten Anton de Franchepoinct. Er wurde zwischen 1544 und 1561 in Geldern am Niederrhein geboren und starb 1596. Wegen seiner Größe hatte er es schon damals zu einiger Bekanntschaft gebracht.

Die Marburger Forscher gehen davon aus, dass Anton einen gutartigen Tumor in der Hirnanhangdrüse hatte, der ihn so riesig werden ließ. Dahinter könnten verschiedene genetische Störungen stecken, erläutert Aumüller. Mit der DNA-Analyse habe man herausfinden wollen, um welche es genau gehe. Dann hätte man weitere Erkenntnisse über den Gesundheitszustand vom «Langen Anton» gewinnen können.

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