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Frankfurter Awo-Geschäftsführer Richter erklärt Rücktritt

12.12.2019 - Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Sonderprüfungen und Neuwahlen sind anberaumt. Nun folgt eine personelle Konsequenz bei der in der Kritik stehenden Frankfurter Awo. Oberbürgermeister Feldmann sieht sich im Stadtparlament mit kritischen Fragen der Abgeordneten konfrontiert.

  • Die Landtagsabgeordneten haben im Hessischen Landtags im Plenarsaal ihre Plätze eingenommen. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Landtagsabgeordneten haben im Hessischen Landtags im Plenarsaal ihre Plätze eingenommen. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach Kritik wegen überhöhter Gehälter und teurer Dienstwagen bei der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat der langjährige Geschäftsführer Jürgen Richter seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Es sei der Zeitpunkt gekommen, an dem dieser Schritt «für die Arbeiterwohlfahrt und die laufende Diskussion meines Erachtens hilfreich sein wird», heißt es in einer am Donnerstag von der Awo auf Anfrage veröffentlichten Stellungnahme Richters. Zuvor hatten andere Medien darüber berichtet.

Die «ständigen personalisierten Angriffe in den Medien» hätten ihn schwer getroffen. Er könne und wolle sich dem nicht länger aussetzen, erklärte Richter. Die Awo Frankfurt werde seit «nunmehr einem Jahr durch Presseberichterstattungen mit Kampagnencharakter überzogen». Gleichwohl nehme er die Vorwürfe ernst, erklärte Richter, und verwies auf Maßnahmen, die die Awo ergriffen habe, darunter Sonderprüfungen durch den Bezirksverband sowie Wirtschaftsprüfer und eine vorgezogene Neuwahl des Präsidiums als Aufsichtsgremium.

Es seien auch Fehler öffentlich gemacht worden, dazu zählten die bisherige Dienstwagenrichtlinie und mangelnde Kommunikation. Mit seinem Schritt sei aber kein Schuldanerkenntnis verbunden, erklärte Richter. Kürzlich erhobene Mobbingvorwürfe wies er zurück. Richter wäre nach Angaben des Kreisverbands zum Jahresende in den Ruhestand gegangen; seine Nachfolge soll im Januar geregelt werden.

Der Frankfurter Awo-Kreisverband steht seit Wochen in der Kritik. Hintergrund sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen Betruges und der Untreue mit Geldern der Stadt sowie Medienberichte über Luxus-Dienstwagen und ungewöhnlich hohe Gehälter für einige Mitarbeiter. Anfang Dezember hatte der Verband erste Konsequenzen angekündigt, etwa eine Überarbeitung der Dienstwagenrichtlinie, auch das Gehaltsgefüge und Eingruppierungen sollen überprüft werden.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird sich am (heutigen) Donnerstagnachmittag den Fragen der Stadtverordneten zum Themenbereich Awo stellen. Auch Feldmann war in die Kritik geraten nach Berichten, seine damalige Lebensgefährtin und heutige Ehefrau habe als Leiterin einer Awo-Kindertagesstätte einen Dienstwagen gehabt und ein Gehalt bezogen, das deutlich über dem von Kollegen in vergleichbaren Positionen gelegen habe. Sowohl die Awo als auch Feldmann hatten die Vorwürfe in Erklärungen zurückgewiesen.

Der Awo-Bundesverband erklärte zu Richters Rücktritt «Wir nehmen diesen Schritt als Konsequenz aus den bisherigen Entwicklungen zur Kenntnis. Seine Prüfung wird der Awo Bundesverband unverändert fortsetzen», erklärte Vorstandschef Wolfgang Stadler.

Auch in Wiesbaden gibt es Kritik an der Awo wegen ungewöhnlich hohen Gehältern einiger Mitarbeiter. Hier sind ebenfalls Sonderprüfungen anberaumt; die enge, auch personelle Verflechtung mit dem Frankfurter Kreisverband soll aufgelöst werden.

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