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Dürreperiode hat dem Frankfurter Stadtwald schwer geschadet

16.07.2019 - Vertrocknet und von Borkenkäfern zerfressen: Der Frankfurter Stadtwald leidet, Zehntausende Bäume müssen fallen. Hoffnung ruht auf mediterranen Eichen, die man in Zukunft pflanzen könnte.

  • Frankfurter Stadtwald. Foto: Andreas Arnold/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Frankfurter Stadtwald. Foto: Andreas Arnold/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Frankfurt (dpa/lhe) - Es dauert nur wenige Sekunden, schon hat die Kettensäge die Kiefer durchtrennt. Der knapp 25 Meter hohe Baum fällt auf den sandigen Boden. 60 Jahre stand er im Frankfurter Stadtwald. Doch er ist vertrocknet, Borkenkäfer fielen über ihn her. Den Kiefern in der Nähe droht das gleiche Schicksal, auf ihren Stämmen prangt ein rötlicher Farbstrich, das heißt: fällen, bitte.

Der heiße und extreme trockene Sommer des letzten Jahres habe dem Stadtwald schwer zugesetzt, sagt Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig bei einem Rundgang durch den Wald am Dienstag. Die Tour endet mit dem Fällen der Kiefer. Ein trauriges Spektakel: Der Stadtwald leide, sagt Heilig. Ob Buche, Esche, Kiefer oder Stieleiche, vielen Bäumen gehe es schlecht, es sei ein «dramatischer Zustand». Das bisschen Regen der vergangenen Wochen reiche nicht, damit die Natur sich erhole.

Borkenkäfer und Pilze hätten die geschwächten Bäume befallen. Zudem seien die hohe Waldbrandgefahr und der wirtschaftliche Schaden Grund zur Sorge, sagt Heilig. «Wir befinden uns mitten in der Klimakrise, und das zeigt sich auch hier im Stadtwald.»

Ein goldenes Gesetz in der Forstwirtschaft ist, nicht mehr Bäume zu fällen, als nachwachsen. Doch im Stadtwald ist das dieses Jahr nicht einzuhalten, wie Peter Rodenfels sagt, stellvertretender Leiter der Forstabteilung beim Grünflächenamt. Zehntausende Bäume müssten gefällt werden. Würde man alle toten Bäume nebeneinander stellen, also jene, die schon gefällt sind, und jene, die noch fallen werden, entspräche das einer Fläche von etwa 174 Hektar. «Da kommt die Natur nicht mehr hinterher.»

Derzeit reagiere man vor allem. Das Schadholz müsse aus dem Wald geschafft werden, doch die umliegenden Holzwerke seien bis zum Anschlag gefüllt. Für nächstes Jahr ist laut Rodenfels geplant, Zehntausende Eichen zu pflanzen, die gerade in der Baumschule sind. «Aber die brauchen Zeit, bis sie aus dem Gröbsten heraus sind.»

Eine weitere Strategie ist, neue Eichenarten sukzessive in den Stadtwald zu bringen, die mit Trockenheit und Hitze gut zurechtkommen. Seit 2011 forscht hierzu die Frankfurter Goethe-Universität: Sie testet verschiedene Baumarten in dem Wald, ob sie sich eignen. Vor allem mediterrane Arten wie die ungarische Eiche, die Stein- und Flaumeiche seien gute Kandidaten, sagt Vera Holland, Mitarbeiterin am Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Universität. Gerade die Flaumeiche werde gut angenommen, Schmetterlinge würden auf ihr Eier legen.

Holland steht vor einem großen Loch im Stadtwald, darin wachsen einige der Eichen heran. «Wir testen die Arten an Extremstandorten, dort nämlich, wo unsere heimischen Arten nicht überleben würden», sagt sie. Die Steineiche etwa habe starke Blätter und komme mit wenig Wasser aus. Das Ziel sei ein nachhaltiger Umbau des Waldes. Er soll extremen Wetterereignissen wie einer langen Dürreperiode in Zukunft besser standhalten können. «Doch eine Arealverschiebung von Baumarten ist leider nicht so schnell wie der Klimawandel.»

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