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Frankfurter Wald nach zwei Hitzesommern schwer geschädigt

22.06.2020 - Baumskelette, die höchstens nur noch als Spechthöhlen taugen: Der Frankfurter Stadtwald hat in zwei Trockensommern arg gelitten. Für die Förster bedeuten die Folgen der schweren Schäden reichlich Mehrarbeit.

  • Völlig vertrocknet sind die Blätter einer Buche im Frankfurter Stadtwald. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Völlig vertrocknet sind die Blätter einer Buche im Frankfurter Stadtwald. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Corona-Zeiten haben zwar viele Menschen die Wälder wieder als Ausflugsziel entdeckt, der Frankfurter Stadtwald bietet aber teilweise ein trauriges Bild. Denn die Bilanz zweier heißer und trockener Sommer für den Frankfurter Stadtwald fällt schlecht aus: Knapp 97 Prozent der Bäume sind mittel bis stark geschädigt, wie Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Montag bei einem Ortstermin berichtete. So schlimm stand es noch nie seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahr 1984.

«Ich hoffe inständig, dass es so weitergeht wie bisher, mit Regen, Wärme und Gewittern» sagte Heilig mit Blick auf das Wetter der vergangenen Wochen. «So einen Sommer würde ich mir für den Stadtwald träumen.»

Das würde auch die Waldbrandgefahr verringern. Derzeit ist die Laubschicht staubtrocken. «Perfektes Brennmaterial», warnte Stadtforstchefin Tina Baumann am Montag. Immerhin sei die obere Bodenschicht nun wieder durchfeuchtet nach den jüngsten Regenfällen. Die Trockenschäden an vielen mehr als 100 Jahre alten Eichen oder Buchen können dadurch aber nicht immer gelindert werden. «Für manche Bäume, die noch ein paar Blätter haben, besteht vielleicht eine Chance, dass sie sich erholen. Andere sind tot.» Wie Skelette stehen diese toten Bäume im Wald. Andere sind stark angegriffen, große Teile ihrer Rinde sind abgeplatzt - eine Folge der Hitzesommer. «Auch Bäume kriegen Sonnenbrand», beschrieb Baumann dieses Phänomen.

Die aktuelle Corona-Pandemie dürfe die Gefahren für die Umwelt durch Folgen des Klimawandels nicht aus dem Bewusstsein verdrängen, mahnte Heilig. «Wir müssen parallel den Klimawandel bewältigen - dagegen gibt es keinen Impfstoff.»

Währenddessen bleiben die Förster nicht untätig: Mit ständigen Kontrollen und dem Aufstellen von Fallen ist vor allem der Kampf gegen den Borkenkäfer intensiviert worden, der bei den Fichten im Taunus ganze Flächen zerstört hat, wie Baumann betonte. Die verstärkten Kontrollen, aber auch Maßnahmen wie das Schlagen toter oder geschädigter Bäume in der Nähe von Straßen erfordere allerdings etwa den fünffachen finanziellen Aufwand der normalen Arbeit.

Gleichzeitig mache ein extremer Verfall der Holzpreise dem Stadtforst auch finanziell zu schaffen. So erzielte der Stadtforst durch den Verkauf von Holz in früheren Jahren Einnahmen von 400 000 bis 600 000 Euro, sagte Heilig. Da habe der Durchschnittserlös pro Kubikmeter noch 45 Euro betragen, inzwischen seien es rund 19 Euro, ergänzte Baumann. Im vergangenem Jahr sei der reguläre Holzeinschlag daher eingestellt worden, nur Schadholz werde entfernt.

Eine Maßnahme, um den Stadtwald widerstandsfähig zu machen, sei neben der Pflanzung heimischer Arten und schnellstmöglicher Wiederaufforstung die Anlage von Versuchsflächen mit südeuropäischen Bäumen wie Küstentanne, Schwarzkiefer oder Atlas-Zeder. «Da warten wir mal ab, wie sich die Pflanzen entwickeln.» Die Hoffnung der Förster ist, dass diese «Neuankömmlinge» im Stadtwald besser mit Hitze umgehen können.

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