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Großes Unverständnis unter Gastwirten für erneute Schließung

29.10.2020 - Sie haben investiert in Luftfilter, Heizstrahler und Hygienekonzepte. Dennoch müssen Gaststätten erneut für Wochen zu machen. Nun sei rasche Hilfe für die Betriebe nötig, fordert ihr Verband.

  • Tisch und Stühle stehen auf der Frankfurter Zeil vor einem geschlossenen Café. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Tisch und Stühle stehen auf der Frankfurter Zeil vor einem geschlossenen Café. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit Kritik reagiert das hessische Hotel- und Gaststättengewerbe auf die geplanten Corona-Beschränkungen im November. Das Gastgewerbe habe sich seit März hochgradig professionell im Kampf gegen die Pandemie engagiert, sagte Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Dehoga in Hessen am Donnerstag: «Daher ist das Unverständnis für die Schließung im Rahmen des zweiten Lockdowns natürlich groß.» Doch die Branche sei sich ihrer wichtigen Rolle und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und werde ihren Beitrag leisten. Man erwarte im Gegenzug aber «schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfen».

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Mittwoch angekündigt, dass von diesem Montag (2.11.) an Restaurants, Kinos und Theater für den Rest des Monats schließen müssen, Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Zudem gelten schärfere Kontaktbeschränkungen.

Man dürfe die Entscheidungen von Bund und Ländern nicht als eine Art «Abstrafung» fehlinterpretieren, erklärte Wagner. Es handele sich um Maßnahmen zur Verhinderung des nationalen Gesundheitsnotstands. Die Lage in Ländern wie Spanien und Frankreich sei dramatischer, auch für Hotellerie und Gastronomie.

Auch in der Mainmetropole Frankfurt ist das Unverständnis groß. «Für uns ist es schlimm», sagte die Inhaberin der Frankfurter Traditionswirtschaft «Zum Gemalten Haus», Iris Vec, der Deutschen Presse-Agentur. Im September und Oktober habe es noch einen Hoffnungsschimmer gegeben, sie habe investiert in Luftfilteranlagen und Heizstrahler.

Auch für die Angestellten sei die Lage schlimm, sie befänden sich finanziell ohnehin bereits am Limit, nach Kurzarbeit und Monaten mit weniger Trinkgeld. Sie hätten sich akribisch an alle Regeln gehalten, Tische desinfiziert, Kontaktdaten gesammelt und Masken getragen. Es gebe kaum nachgewiesene Fälle von Ansteckung in der Gastronomie, dennoch sei die gesamte Branche nun betroffen. «Da fühlt man sich ungerecht behandelt», sagte Vec.

Die Gaststätten würden zudem auch den Gästen fehlen. «Das wird ein harter November für viele Menschen.» Andererseits müsse die Politik Schritte unternehmen. Kontrollen in Privatwohnungen seien nicht möglich, deshalb seien nun unter anderem die Gaststätten betroffen. Bereits im Sommer hätte die Stadt Frankfurt schärfer einschreiten müssen, etwa gegen die großen Partys auf den Plätzen der Stadt, kritisierte die Wirtin.

Gastronomen und Hoteliers hätten in den vergangenen Monaten viel Geld und Mühe in aufwendige Hygienekonzepte und Luftfilteranlagen gesteckt und damit für sichere Räume und Begegnungen gesorgt, schreibt auch die Initiative Gastronomie Frankfurt auf ihrer Facebook-Seite. «Es ist hart, dass ausgerechnet sie bei den neuen Maßnahmen nun wieder die Leidtragenden sind.»

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