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Gedenken an getöteten Lübcke mit Briefmarke, Saal, Kunstwerk

20.05.2020 - Bald jährt sich der Todestag des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten. Seine Behörde will mit zahlreichen Projekten an ihn erinnern. Doch das Gedenken steht auch im Schatten der Corona-Pandemie.

  • Das Konterfei von Walter Lübcke (CDU) ist am Sarg bei einem Trauergottesdienst zu sehen. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Konterfei von Walter Lübcke (CDU) ist am Sarg bei einem Trauergottesdienst zu sehen. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit mehreren Projekten und ohne reguläre Gedenkfeier will das Kasseler Regierungspräsidium an seinen ermordeten Behördenleiter Walter Lübcke erinnern. Denn die Corona-Pandemie erschwert weiterhin Versammlungen. Geplant seien unter anderem die Benennung eines Saals nach dem CDU-Politiker, eine Briefmarke und ein Kunstwerk, sagte Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber (CDU) am Mittwoch: «Sie sollen an das Verbrechen erinnern, sie sollen an den Regierungspräsidenten Walter Lübcke erinnern, und sie sollen dazu ermutigen, seine Haltung zu teilen, unsere freiheitliche und offene Gesellschaft zu schützen und zu verteidigen.»

Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses im Kreis Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden. Im April hat die Bundesanwaltschaft gegen den mutmaßlichen Mörder, Stephan E., Anklage erhoben. Auslöser der Tat sollen Äußerungen Lübckes zur Aufnahme von Flüchtlingen gewesen sein. Die Ermittler gehen daher von einer rechtsextremistischen Motivation des Verdächtigen aus.

Wegen der Corona-Pandemie wird es an Lübckes Todestag keine öffentliches Gedenken durch Mitarbeiter des Regierungspräsidiums geben. Eine Andacht in der Kasseler Martinskirche werde im kleinen Kreis gestaltet und vorab aufgezeichnet, nur RP-Mitarbeiter könnten digital daran teilnehmen.

Öffentlich im Netz abrufbar sein wird an dem Tag aber eine bereits aufgezeichnete Diskussionsrunde «Haltung zeigen» mit Personen aus Politik, Forschung, Kirche und Öffentlichkeit, bei der auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mitwirkte. Eine Art Gedenkenfeier ist erst für den Geburtstag des Getöteten geplant (22. August).

Dann soll auch ein Saal im Kasseler RP-Gebäude nach Lübcke benannt werden. Ein von einem afghanischen Künstler geschaffenes Relief werde dort an ihn erinnern. Ebenfalls zu Lübckes Geburtstag sei auch eine Briefmarke der Deutschen Post mit Sonderblatt vorgesehen. Zudem soll ein Wettbewerb für ein Kunstwerk ausgeschrieben werden. Ziel sei nicht die Person Lübckes als Denkmal zu fassen, erklärte Klüber. Sondern es gehe um die zivilgesellschaftliche Fragestellung, was seine Ermordung für das Land bedeute.

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