Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Lebenslange Haft für Mord an achtjähriger Johanna

19.11.2018 - 1999 verschwindet das Mädchen spurlos. Ein schlimmer Verdacht wird Monate später zur Gewissheit: Johanna ist tot. Die Suche nach dem Täter dauert fast zwei Jahrzehnte - nun hat ihn ein Gericht zur Höchststrafe verurteilt.

  • Der Angeklagte nimmt auf der Anklagebank Platz. Der arbeitslose Mann wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Foto: Boris Roessler © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Angeklagte nimmt auf der Anklagebank Platz. Der arbeitslose Mann wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Foto: Boris Roessler © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gießen (dpa/lhe) - Für den fast 20 Jahre zurückliegenden Mord an der kleinen Johanna ist ein 42-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Gießen sprach den Mann am Montag schuldig, die Achtjährige im September 1999 von einem Radweg in Ranstadt (Wetteraukreis) entführt zu haben, um sich an dem Kind zu vergehen. Ob es zum Missbrauch kam, konnte das Gericht an den zurückliegenden 20 Prozesstagen nicht sicher klären. Die Richter waren aber überzeugt, dass der Angeklagte Johanna tötete. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung kündigte Revision an.

Die Vorsitzende Richterin sagte in der Urteilsbegründung, der heute 42-Jährige habe das Mädchen «ohne jeden Zweifel» überwältigt, mit Chloroform betäubt und in den Kofferraum seines Wagens gesperrt. Er habe den Kopf des Kindes mit 15 Metern Paketklebeband und 29 Lagen dick umwickelt, so dass die Achtjährige erstickte. Das Band sei zum «Mordwerkzeug» geworden. Johannas Leiche wurde im April 2000 in einem Wald bei Alsfeld gefunden.

Dem Fall hafte etwas «Entsetzliches» und «Unfassbares» an, sagte die Vorsitzende. Johanna sei am helllichten Tag zum Zufallsopfer geworden. Der Angeklagte habe sie verschleppt, um sie für seine «momentane» Bedürfnisbefriedigung zu nutzen und seine pädophile Neigung auszuleben. Den Mord soll der Mann aus Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis) entweder begangen haben, um seinen Geschlechtstrieb zu befriedigen, oder aus Verdeckungsabsicht.

Der Angeklagte hatte die Entführung von Johanna eingeräumt, aber einen Missbrauch und Mord bestritten. Ihren Tod stellte er als ein Versehen dar. Doch das Gericht befand: «Es ist eine große Lüge.»

Der Angeklagte gilt als voll schuldfähig, trotz der Drogen, die er am Tattag konsumiert haben will. Die Richter verurteilten den Deutschen auch wegen versuchter sexueller Nötigung von Johanna sowie des Besitzes zahlreicher Kinder- und Jugendpornos. Zudem stellten sie die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren in der Regel nicht möglich.

Jahrelang hatten die Ermittler nach Johannas Mörder gesucht. Eine wichtige Spur war dabei ein am Leichenfundort entdecktes Fragment eines Fingerabdrucks. Doch selbst Massentests mit über 1000 Männern zum Abgleich der Spuren blieben erfolglos. Auch der Angeklagte geriet im Lauf der Ermittlungen bereits einmal ins Visier der Polizei, da er das Automodell fuhr, nach dem gefahndet wurde.

Die Fingerabdrücke hätten ihm damals nicht zugeordnet werden können, hatten die Ermittler nach der Festnahme des Mannes im Oktober 2017 berichtet. Die Technik sei noch nicht weit genug gewesen. Die Wende brachte ein Missbrauchsfall im Jahr 2016, bei dem der Angeklagte gefasst wurde. Den Ermittlern fielen Parallelen zum Fall Johanna auf, die nunmehr verfeinerten Analysemethoden von Fingerabdrücken führten schließlich zum Friedrichsdorfer.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren