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Gesetzesverschärfung: Mehr angezeigte Sexualdelikte

30.05.2019 - Frankfurt/Main/Mainz (dpa/lhe) - Mehr das verschärfte Sexualstrafrecht und weniger die «MeToo»-Debatte haben auch in Frankfurt die Zahl der angezeigten Sexualdelikte deutlich ansteigen lassen. Was genau Menschen zum Anzeigen bewege, seien gefühlsmäßige Schätzungen, sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen auf Nachfrage. «Dass es durch MeToo mehr Anzeigen gab, kann ich nicht bestätigen.» Hauptgrund für den Anstieg sei sicherlich die Verschärfung des Sexualstrafrechts, nach der nun auch beispielsweise der Klaps auf den Po eine Straftat sei, so die Staatsanwältin.

  • Werbemittel liegen auf einem Tisch der Landesgeschäftsstelle der Hilfsorganisation für Verbrechensopfer, des Weißen Rings. Foto: Bodo Schackow/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Werbemittel liegen auf einem Tisch der Landesgeschäftsstelle der Hilfsorganisation für Verbrechensopfer, des Weißen Rings. Foto: Bodo Schackow/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach bereits veröffentlichten Zahlen der Kriminalstatistik der Polizei (PKS) stieg die Zahl der angezeigten Straftaten 2018 gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Frankfurt um 14,2 Prozent auf 626 Fälle. «Den größten Anteil bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung trägt der im Jahr 2017 neu in die PKS aufgenommene Paragraf 184 i StGB - sexuelle Belästigung», heißt es dort. Bei diesem Straftatbestand verzeichnete die Polizei ein Plus von 35,3 Prozent auf 207 angezeigte Taten.

Einen weiteren deutlichen Anstieg gab es 2018 im Vergleich zum Vorjahr bei der Häuslichen Gewalt. «Mit einem Anstieg um 64,7 Prozent auf 28 Fälle hat der Bereich den höchsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht», heißt es in dem Bericht. Dies stehe vermutlich auch in Verbindung mit der Verschärfung des Sexualstrafrechts.

Frankfurt liegt damit im bundesweiten Trend: «Wir haben etwa sechs bis zehn Prozent mehr Fälle von Sexualdelikten», sagte auch der Bundesvorsitzende des gemeinnützigen Vereins Weißer Ring und ehemalige BKA-Chef, Jörg Ziercke, im Redaktionsgespräch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Bei einigen liegen die Taten schon Jahre zurück.» Die Polizeiliche Kriminalstatistik habe seit der Gesetzesnovelle rund 20 Prozent mehr Anzeigen registriert. Auf eine angezeigte Tat kämen Schätzungen zufolge aber noch etwa vier bis fünf Fälle im Dunkelfeld.

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