Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus

27.01.2020 - Beim diesjährigen Gedenken der Opfer des NS-Regimes liegt der Fokus neben den ermordeten Juden auch auf den verfolgten Homosexuellen. Ministerpräsident Bouffier sieht Hetze und Antisemitismus mitten in der Gesellschaft angekommen und wünscht sich engagierte Demokraten.

  • Die Historikerin Sybille Steinbacher. Foto: picture alliance/Frank Rumpenhorst/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Historikerin Sybille Steinbacher. Foto: picture alliance/Frank Rumpenhorst/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesbaden (dpa/lhe) - 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hat der hessische Landtag der Opfer des Nationalsozialismus im Land gedacht. In den Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung am Montag in Wiesbaden wurde die Verfolgung Homosexueller gerückt. «Unter den Zeitzeugen sind kaum Angehörige dieser Opfergruppe, denn angesichts ihrer fortdauernden Kriminalisierung wollten sie über ihre Erfahrungen keine Auskunft geben», sagte Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts, das seit 25 Jahren die Geschichte der Verbrechen des NS-Regimes erforscht und dokumentiert.

Steinbacher verwies darauf, dass Homosexuelle bis Ende der sechziger Jahre in Deutschland weiterhin strafrechtlich verfolgt wurden. Dies habe vielen Betroffenen das Gefühl gegeben, es habe sich seit dem Dritten Reich für sie nichts verändert. Damals seien Homosexuelle systematisch verfolgt worden und in den Konzentrationslagern oftmals Opfer medizinischer Versuche gewesen. Die meisten der Häftlinge in den Vernichtungslagern waren Juden.

An der Veranstaltung nahmen auch Ministerpräsident Volker Bouffier und Landtagspräsident Boris Rhein (beide CDU) teil. Bouffier sagte, dass Gewalt, Hetze, Ausgrenzung und Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien. «Wir brauchen heute keine Helden mehr, aber engagierte Demokraten», mahnte er. Auch Rhein betonte, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei. Der Ton werde auch im hessischen Parlament rauer, Aussagen würden radikaler.

Neben der Veranstaltung in Wiesbaden gab es weitere Gedenkstunden und Kranzniederlegungen im ganzen Land, etwa am ehemaligen KZ-Außenkommando Bad Arolsen und am Holocaust-Mahnmal in Kassel. Der frühere Bundespräsident Roman Herzog hatte 1996 angeregt, den 27. Januar zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zu machen. An diesem Tag hatten Soldaten der Roten Armee im Jahr 1945 die letzten noch lebenden Häftlinge von Auschwitz-Birkenau befreit. Allein dort wurden mindestens 1,1 Millionen Häftlinge ermordet oder starben an Folgen von Hunger, Krankheit, Sklavenarbeit und Misshandlung. Im Jahr 2005 wurde der Tag durch die Vereinten Nationen als «Internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust» bestimmt.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren