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Hessen startet ins neue Schuljahr

08.08.2019 - In wenigen Tagen sind die Sommerferien vorbei und für Hessens Schüler wird es wieder ernst. Die Schulen können sich auf eine bessere Technik freuen - erste Anträge für Geld aus dem Bund-Länder-Digitalpakt sollen noch in diesem Jahr möglich sein.

  • Ein Arbeitsheft wird von einem Mädchen auf einen Stapel mit Schulheften gelegt. Foto: Holger Hollemann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Arbeitsheft wird von einem Mädchen auf einen Stapel mit Schulheften gelegt. Foto: Holger Hollemann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesbaden (dpa/lhe) - Zum Start ins neue Schuljahr kommende Woche beginnt in Hessen für 54 900 Erstklässler das Abenteuer Schule. Mit einem Plus von 1,3 Prozent sind dies etwas mehr Abc-Schützen als noch zum gleichen Zeitpunkt des zurückliegenden Schuljahres. Der Trend der vergangenen Jahre mit steigenden Zahlen bei den Erstklässlern setze sich fort, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Die Gesamtzahl der Schüler an den 1810 öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen blieb dagegen konstant: Nach den großen Ferien geht kommende Woche der Unterricht für 759 000 Jungen und Mädchen los. Was gibt es Neues zum Schuljahr 2019/2020?

LEHRER

Die Zahl der Lehrerstellen klettert nach Angaben des Ministeriums um 600 auf 54 700 Stellen. Wie viele dieser Stellen zum Start ins Schuljahr auch tatsächlich besetzt sind, konnte Lorz nicht sagen. Die Frage sei nicht zu beantworten, da viele Einstellungsverfahren noch liefen. Auch in Hessen sei der angespannte Lehrerarbeitsmarkt spürbar. Aber es gebe keine Krise. Von den neuen Stellen ständen 350 für den Ausbau von Ganztagsangeboten bereit. Daneben gibt es unter anderem 200 zusätzliche Referendariatsplätze.

WANN KOMMT DER DIGI-PAKT BEI DEN SCHULEN AN?

Die Schulen können nach den Worten von Lorz im Laufe des vierten Quartals 2019 ihre Förderanträge einreichen, um vom Bund-Länder-Digitalpakt zu profitieren. Hessen hatte den Topf um weitere Millionen aus dem Landeshaushalt aufgestockt. Das Geld soll nicht nur für die technische Ausstattung der Schulen eingesetzt werden, sondern auch für pädagogische Konzepte und die Lehrerfortbildung. Außerdem sollen «digitale Schülerlotsen» oder «Medienscouts» die Medienkompetenz der Schüler stärken.

MEHR FAMILIENKLASSEN

Bei Kindern mit Schulproblemen haben sich nach den Worten von Lorz die Familienklassen bewährt. Das Förderangebot soll daher im kommenden Schuljahr auf 24 Grundschulen ausgebaut werden. Bei dem Konzept begleiten die Eltern ihre Kinder über mehrere Monate hinweg einmal die Woche zum Unterricht, um gemeinsam Schwierigkeiten im Schulalltag zu bewältigen. Dabei unterstützen sie ein Trainer der Jugendhilfe und ein Lehrer.

GUTE DEUTSCHKENNTNISSE FÜR ALLE ERSTKLÄSSLER

Die speziellen Sprachkurse für angehende Grundschulkinder mit schlechten Deutschkenntnissen sollen verpflichtend werden. Lorz kündigte an, 2020 eine Reform des Schulgesetzes auf den Weg bringen zu wollen. Dann könnten die Änderungen 2021 in Kraft treten. Bislang ist der Besuch der sogenannten Vorlaufkurse freiwillig. Sie beginnen ein Jahr vor der Einschulung und stehen allen Kindern offen, die nicht gut genug Deutsch sprechen. In 90 Prozent der Fälle werde das Angebot bereits angenommen, sagte Lorz.

WIE GEHT'S WEITER MIT DEN «FRIDAY FOR FUTURE»-DEMOS?

Aktivisten der Klimaschutzbewegung «Fridays for Future» haben bereits angekündigt, dass die Schülerproteste auch nach den Sommerferien weitergehen. Am 16. August ist während der Schulzeit eine Demonstration in Wiesbaden geplant. Lorz erklärte, er sei weiter zu Gesprächen mit den Schülern bereit - wenn es um die Sache gehe. Die andauernde Diskussion «Klimaschutz versus Schulpflicht» bringe seiner Meinung nach nichts, sagte der Minister.

WAS KRITISIERT DIE OPPOSITION?

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, erklärte, der Kultusminister ducke sich vor den Problemen der Schulen weg. «Ob zum Lehrermangel, zur Zahl der ausgefallenen Unterrichtsstunden, zum Krankenstand bei den Lehrerinnen und Lehrern, zur Qualifikation der Lehrkräfte - das Ministerium kann oder will keine belastbaren Fakten liefern», teilte Degen mit. Der Bildungsexperte der FDP-Fraktion, Moritz Promny, forderte ebenfalls, Lorz solle spätestens bei der angekündigten Regierungserklärung im Landtag im September Zahlen zu Lehrermangel und Unterrichtsausfall vorlegen.

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