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Hessen und Thüringen feiern Mauerfall: «Gehören zusammen»

09.11.2019 - Gedenken an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, aber auch ein Hauch Ostalgie: Die Bundesländer Thüringen und Hessen feiern gemeinsam den Fall der Mauer. Gedacht wird an einem besonderen Ort.

  • V. Bouffier (CDU, l.) und B. Ramelow (Die Linke) gehen auf der Werrabrücke zu niedergelegten Kränzen. Foto: Swen Pförtner/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    V. Bouffier (CDU, l.) und B. Ramelow (Die Linke) gehen auf der Werrabrücke zu niedergelegten Kränzen. Foto: Swen Pförtner/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Treffurt/Wanfried (dpa) - Gemeinsam haben die Bundesländer Hessen und Thüringen am Samstag an den Fall der Mauer vor 30 Jahren erinnert. Der Festakt fand an einem besonderen Ort statt: Das Dorf Großburschla an der Grenze zwischen den Bundesländern litt besonders unter der deutschen Teilung. «Die Mauer in Berlin, das ist ein Bild, das kennt die ganze Welt» sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Doch es gehe auch um die Leute im Schatten dieser Ereignisse wie die Menschen in Großburschla. Sie seien von drei Seiten eingezäunt gewesen und hätten das Gefühl gehabt, Gefangene zu sein.

Der Ortsteil der thüringischen Stadt Treffurt lag im Grenzgebiet und ragte wie eine Landzunge nach Westdeutschland hinein. Entsprechend hoch waren die Sicherheitsvorkehrungen während der Teilung. Der Ort durfte damals nur von Einwohnern oder mit Sondergenehmigung betreten werden.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mahnte, dass man auch an die Vorgeschichte der deutschen Teilung erinnern müsse. Er bezog sich auf die Novemberpogrome, bei denen die Nationalsozialisten Juden ermordeten. «Zum 9. November 1989, dem schönsten Tag, gehört auch der schlimmste Tag, der 9. November 1938» sagte Ramelow.

Begonnen hatte die Gedenkfeier am Morgen mit einem ökumenischen Gottesdienst in Großburschla. Danach legten Ramelow und Bouffier Kränze auf der Werrabrücke zwischen den Bundesländern nieder. Dort erinnert eine neue Gedenktafel an die zahlreichen Opfer, die bei Fluchtversuchen aus der DDR ihr Leben verloren.

Beide Ministerpräsidenten betonten auch die enge Freundschaft zwischen beiden Bundesländern: «Wir gehören zusammen», sagte Bouffier.

Gefeiert wurde auch mit einem Hauch von Ostalgie: Der Gedenkmarsch ins hessische Wanfried-Heldra führte an einem Konsum-Imbiss mit Ostspezialitäten vorbei. Dort gab es DDR-Bier und die Süßigkeit «Halloren Kugeln» zu probieren. Vor dem Festzelt erwartete die Ministerpräsidenten ein Trabi. Im Anschluss an den Festakt stellten sich über 1000 Menschen zum Wort «Freiheit!» auf, das aus der Luft lesbar war.

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