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Finanzminister Boddenberg vereidigt: Gedenken an Schäfer

03.04.2020 - Michael Boddenberg übernimmt als neuer Finanzminister in der Corona-Krise ein schweres Amt. Er werde die Ärmel hochkrempeln und mit Zuversicht die Arbeit angehen, versichert der 60-Jährige.

  • Hessens neuer Finanzminister Michael Boddenberg mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (l-r). Foto: Hessische Staatskanzlei/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hessens neuer Finanzminister Michael Boddenberg mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (l-r). Foto: Hessische Staatskanzlei/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Michael Boddenberg ist als neuer Finanzminister von Hessen vereidigt worden. Der bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende ist der Nachfolger von Thomas Schäfer (CDU), der am vergangenen Wochenende überraschend gestorben war. Boddenberg sei ein erfahrener Politiker, der als früherer Handwerksmeister und Unternehmer aus der Mitte des Volkes komme, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag im hessischen Landtag. «Er bringt hervorragende Eigenschaften mit, die für die hessische Landesregierung sicherlich eine Bereicherung sein werden.»

Die Polizei geht davon aus, dass sich der 54-jährige Schäfer das Leben genommen hat. «Wir sind alle noch fassungslos, wenn wir an das vergangene Wochenende denken», sagte Bouffier. Die Landesregierung müsse jedoch gerade in der Corona-Krise handlungsfähig bleiben. Der Finanzminister und das Finanzministerium würden dabei eine zentrale Rolle einnehmen. «Michael Boddenberg bringt Sachverstand, Erfahrung und Durchsetzungskraft mit, um in dieser Krise das Amt und die Aufgaben des Finanzministers erfolgreich meistern zu können.»

Hessen sei gut aufgestellt und in der Lage, dieser Krise zu begegnen, versicherte Boddenberg. Das liege auch an der hervorragenden Arbeit, die Schäfer im vergangenen Jahrzehnt als Finanzminister geleistet habe. «Meinen Beitrag dazu möchte ich nun als Finanzminister leisten, mit hoch gekrempelten Ärmeln und mit Zuversicht.»

Zum Auftakt der kurzen Sondersitzung des Landtags hatten die Abgeordneten dem plötzlich verstorbenen Finanzminister gedacht. «Thomas Schäfer war für uns nicht nur ein Kollege, Thomas Schäfer war für uns ein Freund», sagte Landtagspräsident Boris Rhein (CDU). Die Todesnachricht lasse einen zurück mit einem Gefühl der Betäubtheit. «Wir können nicht begreifen, was geschehen ist», sagte Rhein. «So aus dem Leben zu gehen, dass entspricht nicht dem, wie wir ihn teilweise seit Jahrzehnten kennen und kannten.»

Schäfer sei immer Herr der Lage gewesen, habe ruhig und besonnen agiert, sagte Rhein. Ihm sei kein Problem groß genug gewesen, um es anzupacken. Zum Nachtragshaushalt angesichts der Corona-Krise habe er noch wenige Tage vor seinem Tod im Landtag eine kraftvolle Rede gehalten, realistisch und die Probleme beim Namen nennend, aber dennoch mutmachend. «Ausgerechnet er sah aber keine Perspektive mehr, ausgerechnet ihn hatte die Hoffnung offenbar verlassen», sagte Rhein sichtlich bewegt. Schäfer werde sehr fehlen. Was bleibt, sei die Erinnerung an eine Ausnahmepersönlichkeit, betonte Rhein und wünschte den Hinterbliebenen in dieser schweren Zeit viel Kraft.

Wie bereits bei der zurückliegenden Plenardebatte am 24. März galten für die Sitzung verschärfte Hygieneregeln, um Infektionen mit dem Coronavirus vorzubeugen. Dazu zählt, dass die Abgeordneten im Saal mit einem großen Abstand zueinander Platz nehmen. Parlamentarier können die Sitzung auch von Nebenräumen oder ihrem Büro aus verfolgen. Der neue Finanzminister bekam einen Blumenstrauß. Auf Gratulationen mit Umarmung oder Händeschütteln wurde verzichtet.

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