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Hinz betont Verantwortung für Suche nach Atommüllendlager

01.10.2020 - Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat die Verantwortung von Hessen bei der Suche nach einem Atommüllendlager unterstrichen. Die Landesregierung habe nach dem parteiübergreifenden Beschluss für den Ausstieg aus der Atomenergie das Verfahren für die Standortsuche mitgestaltet und mitbeschlossen, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag im hessischen Landtag in Wiesbaden. Nun sei es wichtig, das Verfahren auch gut zu begleiten.

  • Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Foto: Arne Dedert/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Foto: Arne Dedert/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zu den 90 Gebieten in Deutschland, die günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager aufweisen, gehören nach einem Bericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung auch hessische Regionen. Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallingestein, also etwa Granit, entstehen. 2031 soll der Standort für das Endlager gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall eingelagert werden.

Auch die fünf teilweise in Hessen liegenden Standorte würden nun oberirdisch und unterirdisch überprüft, erklärte Hinz. Es gehe darum, den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für den dauerhaften Schutz von Mensch und Umwelt zu finden. «Der Weg ist schwierig, die Entscheidungen werden hinter unangenehm sein», sagte die Umweltministerin. «Wir müssen sie aber fällen. Da geht kein Weg daran vorbei.»

Das gelte auch für den Transport von sechs Castoren mit radioaktivem Material aus der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage im britischen Sellafield nach Biblis. «Ich warne davor, jetzt zu kneifen und zu sagen, wir finden noch ganz viele Argumente, warum die nicht zurückkommen können», mahnte Hinz. Das Verfahren sei vom Bund überprüft worden. Die Grünen seien schon immer gegen die Atomkraft gewesen. Hessen trage nun aber die Verantwortung für die Lagerung. «Wir bleiben dabei und wir nehmen die Dinger und sorgen dafür, dass es so sicher ist, wie es eben geht.»

Das Kernkraftwerk Biblis produziert keinen neuen Atommüll mehr. Die beiden Kraftwerksblöcke des früher einzigen Atomkraftwerks im Bundesland werden seit 2017 zurückgebaut. Auf dem Kraftwerksgelände lagern nach Angaben des Umweltministeriums derzeit 102 Castoren mit radioaktivem Material.

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