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Kabarettistin Baydar würde sich gerne wieder sicher fühlen

14.07.2020 - Die bedrohte Kabarettistin İdil Baydar, deren persönliche Daten von Polizeirechnern abgefragt worden sein sollen, hat der Polizei schwere Vorwürfe gemacht. Sie würde sich gerne wieder sicher fühlen, «und nicht das Gefühl haben, dass ich vor der Polizei Angst haben muss», sagte die Künstlerin am Dienstag dem «ARD-Mittagsmagazin». «Das ist eine obskure Situation. Und da wünsche ich mir schon, dass die Polizei von ihrem Standpunkt aus auch auf mich zukommt.»

  • Die Kabarettistin İdil Baydar während eines Auftritts in ihrer Rolle der Jilet Ayse. Foto: Thalia Engel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Kabarettistin İdil Baydar während eines Auftritts in ihrer Rolle der Jilet Ayse. Foto: Thalia Engel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die hessische Polizei geht Fällen von rechtsextremen Bedrohungen möglicherweise aus den eigenen Reihen nach. Wie unter anderem die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz und die hessische Linken-Politikerin Janine Wissler hatte auch Baydar Drohschreiben erhalten. Zuvor sollen persönliche Daten der Frauen von Computern der hessischen Polizei abgerufen worden sein.

Sie habe davon erst durch einen Journalisten erfahren, sagte Baydar. Von der Polizei habe sie bis heute nichts gehört. «Das trägt auch nicht gerade zur Vertrauensbildung bei.» Ihr Leben sei nicht mehr, wie es vorher einmal war, erklärte die in Berlin lebende Kabarettistin. «Ich bin bedroht. Ich weiß nicht, aus welcher Ecke jetzt irgendjemand kommt, der mir irgendwas antun würde. Und des Weiteren wüsste ich nicht einmal, ob die Polizei das auch aufklärt, selbst wenn mir was passieren würde.»

Baydar wurde nach eigener Aussage mehrfach mit dem Tode bedroht. Sie habe achtmal Anzeige erstattet und jede dieser Anzeigen sei eingestellt worden, berichtete sie kürzlich in einem Interview der «Zeit». Am Dienstag erklärte sie in dem TV-Interview: «Es passiert ja nichts. Die Ermittlungen werden eingestellt, die Bedrohung geht weiter.» Zahlreiche Kollegen, Journalisten und Politiker würden bedroht werden. «Wie lange soll das denn noch so weiter gehen? Wann fangen wir denn mal an zu sagen: Ja, jetzt sollten wir uns wirklich mal die Polizei angucken.»

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