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Keime in der Wurst: Expertin sieht Prüfsystem positiv

15.10.2019 - Keime in der Wurst haben den jüngsten Lebensmittelskandal ausgelöst. Das Prüfsystem sei grundsätzlich gut, meint eine Expertin. Ihrer Einschätzung nach liegt das Problem an anderer Stelle. Der Fall des Wurstherstellers Wilke beschäftigt auch weiterhin die Politik.

  • Ein Firmen-LKW-Anhänger steht auf dem Werksgelände des Wurstherstellers Wilke. Foto: Uwe Zucchi/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Firmen-LKW-Anhänger steht auf dem Werksgelände des Wurstherstellers Wilke. Foto: Uwe Zucchi/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Idstein (dpa/lhe) - Trotz des jüngsten Lebensmittelskandals um Keime in der Wurst sieht die Lebensmittelchemikerin Ulrike Prepens die Lebensmittelüberwachung in Deutschland nicht in der Krise. «Lebensmittel sind sehr sicher, weil wir ein entsprechend ausgetüfteltes und gut aufgestelltes Prüfsystem in Deutschland haben», sagte die Studiengangskoordinatorin Lebensmittelsicherheit der Hochschule Fresenius in Idstein der Deutschen Presse-Agentur.

So würden viele Skandale durch den technischen Fortschritt entdeckt: «Unser Kontrollsystem und unsere Nachweismethoden haben sich derart verbessert, dass wir nun deutlich mehr Fälle erfassen.» Die Schwachpunkte lägen an anderer Stelle: «Maschinen und Menschen machen Fehler, das kommt überall vor», erklärte Prepens.

Die mit Listerien belastete Wurst des nordhessischen Wurstherstellers Wilke wird mit drei Todesfällen und Dutzenden Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. In den Produkten waren mehrfach Keime nachgewiesen worden. Der Betrieb in Twistetal-Berndorf wurde deshalb vor rund zwei Wochen geschlossen, das Unternehmen meldete wenige Tage später Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

Das Thema beschäftigt auch weiterhin die Politik. Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) kündigte für (den heutigen) Dienstag eine Telefonkonferenz mit ihren Amtskollegen aus den anderen Bundesländern an. Dabei soll es um den Austausch von Informationen zur Rückrufaktion der Wurstwaren gehen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte das Krisenmanagement der Behörden kritisiert.

Lebensmittelchemikerin Ulrike Prepens sagte, Lebensmittelskandale entstünden vielfach aufgrund von Mikroorganismen, die überall auftreten, beispielsweise auf Pflanzen und Tieren. «Das kann man nicht generell verhindern, dadurch kommen die Keime auch in Produktionsanlagen vor.» Es komme dann auf den Zustand der verwendeten Rohwaren sowie die Arbeits-, Betriebs- und Bauhygiene in betroffenen Unternehmen sowie etablierte Kontrollsysteme an.

Laut Prepens gibt es in Deutschland etwa 200 000 gemeldete Lebensmittelinfektionen pro Jahr. Die Dunkelziffer sei geschätzt zehnmal so hoch. Dabei seien Listerien-Keime mit ein paar Hundert Fällen pro Jahr zahlenmäßig weniger relevant. Allerdings stießen die Keime auf besondere Aufmerksamkeit. «Dass Listerien gerade für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Schwangere gefährlich sind, macht sie so interessant», sagte Prepens.

Ein Teil der Hygiene-Probleme bei Lebensmitteln trete auch erst nach dem Kauf auf: «Viele Verbraucher wissen nicht, wie sie Lebensmittel korrekt und sicher nach Hause bringen und lagern.» Dazu gehöre, sich die Hände richtig zu waschen und die Kühlkette einzuhalten. «Man sollte beim Kochen ausreichend Ahnung haben, um Lebensmittel gesund, nahrhaft und mikrobiologisch sicher zu verarbeiten.»

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