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Kirche will aus Corona-Krise lernen: Weihnachten im Fokus

23.09.2020 - Das kirchliche Leben hat unter der Corona-Pandemie teils massiv gelitten. Manche Priester und Ehrenamtliche haben die Krise aber mit frischen Ideen für die Seelsorge gemeistert, wie Bischöfe berichten. Dieser Schub soll genutzt werden.

  • Franz-Josef Bode gestikuliert. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Franz-Josef Bode gestikuliert. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Lehre aus der Corona-Krise wollen die katholischen Bischöfe die Seelsorge künftig konkreter auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten und dabei die Gläubigen stärker einbeziehen. Es gelte, den Wandel hin zu einer «hörenden und dienenden» Seelsorge aktiv zu gestalten, sagte Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück am Mittwoch bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda.

Angesichts von Demonstrationen gegen staatliche Corona-Maßnahmen wandte sich der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck gegen Verschwörungsideologien. Menschen aus den verschiedensten Milieus schlössen sich - in Staatsferne vereint - zu eigentümlichen Allianzen zusammen. Dabei sei die Corona-Krise «ein Brandbeschleuniger», sagte Overbeck mit Blick unter anderem auf eine Demonstration in Berlin Ende August. Dabei hatten Demonstranten Absperrungen durchbrochen und kurzzeitig auf den Stufen des Reichstags unter anderem Fahnen des Kaiserreichs geschwenkt.

Bode sagte zur Seelsorge in Corona-Zeiten, eine große Herausforderung sei die kommende Advents- und Weihnachtszeit. Weihnachten sei viel emotionaler besetzt als zum Beispiel Ostern. «Wir werden den Raum der Kirche erweitern müssen, in die Städte hinein, in die Orte hinein», sagte er.

Da vollgepackte Kirchen an Heiligabend dieses Jahr wegen Corona nicht denkbar sind, setzen die Kirchen auf «kleine Gottesdienst-Einheiten». Vieles werde draußen stattfinden müssen, sagte Bode. Kälte werde man vielleicht sogar in Kauf nehmen, schließlich steigere das die Weihnachtsstimmung.

Ganz entscheidend sei die Begegnung mit den Armen und Schwachen der Gesellschaft, sagte Bode. Gerade dies dürfe wegen Corona auf keinen Fall leiden. Großveranstaltungen in Stadien finde er dagegen nicht so passend. Kleinere Einheiten entsprächen dem Charakter des Weihnachtsfestes viel eher.

Trotz aller Defizite, etwa bei der Begleitung von Kranken, Alten und Sterbenden auf dem Höhepunkt des Lockdowns, hat die Kirche nach Meinung der Bischöfe durch die Corona-Krise auch eine größere Flexibilität entwickelt. So hätten die Seelsorger gemeinsam mit Ehrenamtlichen etwa Online-Gottesdienste oder -gebete organisiert, Hauskirchen initiiert, sich in örtliche Hilfsnetzwerke eingebracht oder sich am Telefon, Gartenzaun oder digital nach dem Befinden der Menschen erkundigt. Damit sie während dieser Zeit eine Entwicklung in der Seelsorge beschleunigt worden, «die in Zukunft weniger klerikerzentriert, dafür aber mit engagierten Gläubigen und damit auch partizipativer, selbstbestimmter und vielfältiger gestaltet sein will», sagte Bode.

Noch bis diesen Donnerstag hält die Deutsche Bischofskonferenz in Fulda ihre traditionelle Herbstvollversammlung ab, die in diesem Jahr coronabedingt um einen auf drei Tage verkürzt ist. Zu den Schwerpunkten der Beratungen gehört der Reformprozess Synodaler Weg und in diesem Rahmen die Rolle der Frauen.

Nach den Worten des DBK-Vorsitzenden und Limburger Bischofs Georg Bätzing ist es in der katholischen Kirche bislang Tradition, «dass die Rolle Christi durch einen Mann repräsentiert wird». Die Kirche sei nun mal keine Demokratie, der Souverän sei nicht das Volk, sondern Jesus Christus, sagte Bätzing im ZDF auf die Frage, warum sich die katholische Kirche mit der Gleichstellung der Frau so schwer tue.

Bätzing fügte jedoch hinzu: «Aber wir leben natürlich in einer Zeit, in der Gleichberechtigung so sehr ins Blut aller Menschen übergegangen ist, in meins und in das aller, die auch zur Kirche gehören, dass man sich fragt: Ist das so gewichtig, dass dadurch das Wesen der Kirche berührt wird? Das sind die Fragen, die zu diskutieren sind.»

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