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Klau von Politikerdaten: Gerichtsverfahren Ende September

27.07.2020 - Im Fall eines massiven Online-Angriffs auf etwa 1000 Politiker und Prominente muss sich der Tatverdächtige Ende September vor dem Jugendschöffengericht in Alsfeld verantworten. Die Hauptverhandlung wurde auf den 23. September terminiert, einen möglichen Fortsetzungstermin könnte es am 30. September geben, wie das dortige Amtsgericht am Montag mitteilte. «Die Verhandlung wird aller Voraussicht nach unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen.»

  • Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die massenhafte Veröffentlichung teils sensibler Daten hatte für viel Aufsehen gesorgt. So soll der heute 22-jährige Deutsche unter anderem im Dezember 2018 die Daten, darunter die von 993 Politikern, über den Twitter-Account «@_0rbit» mit dem Nutzernamen «G0d» als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben. Auch Prominente waren betroffen. Beim sogenannten «Doxxing» geht es Tätern vor allem darum, den Schutz der Privatsphäre zu verletzen und möglichst viele personenbezogene und vertrauliche Daten zugänglich zu machen.

Laut der Anklage der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft soll der Mann zudem zwischen August 2015 und Januar 2019 in 73 Fällen personenbezogene Daten von Politikern, Journalisten und Prominenten ausgespäht zu haben. Dabei handle es sich etwa um Telefonnummern, Anschriften, Kreditkartendaten oder Bildaufnahmen. In weiteren Fällen soll er die bereits von Dritten ausgespähten Zugangsdaten von Geschädigten auf einer illegalen und von US-amerikanischen Behörden im Januar 2020 abgeschalteten Hacker-Webseite angekauft haben. Zudem wird ihm versuchte Erpressung von sechs Bundestagsabgeordneten vorgeworfen.

Das Jugendschöffengericht in Alsfeld ist zuständig, weil der Verdächtige zu den Tatzeitpunkten als Jugendlicher beziehungsweise als Heranwachsender in der Region lebte. Im Januar 2019 war er vorläufig festgenommen worden. Er hatte damals gestanden, die Daten aus Ärger über Politiker und Prominente veröffentlicht zu haben.

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